Thomas Lotter restauriert alte Bulldogs
Für einen Lanz bis nach Rügen

Vier Männer, eine Leidenschaft: Maximilian und Thomas (von links) sowie Mathias Lotter aus Schäflohe mit Xaver Popp, dem Vorsitzenden der Oldtimerfreunde, bei der Fahrzeugschau in Winbuch. Bild: bjo
Vermischtes
Schmidmühlen
30.08.2016
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Winbuch. Thomas Lotter von den Oldtimerfreunden aus Schäflohe hatte nicht nur seine Kinder Matthias, Maximilian und Christina nach Winbuch mitgebracht - sondern auch seine drei Lanz, Baujahr 1937 bis 1957. Mit robustem Hubraum und Ein-Zylinder-Technik eine starke Maschine mit einer Leistungsgrenze von 55 PS, wie der Fachmann meinte.

Seit 30 Jahren pflegt Lotter schon sein Hobby: Lanz-Bulldogs kaufen und herrichten. Inzwischen sind auch seine drei Kinder auf den Geschmack gekommen. Kein Wunder - "sie waren von klein auf mit dabei", wie Lotter lachend verriet. Die Liebe entflammte wohl auch, weil auf dem eigenen Hof mit diesem Fabrikat gearbeitet wurde. Inzwischen holt Lotter seine Ersatzteile aus den Niederlanden: "Die Holländer sind uns in Sachen Oldtimer mindestens 20 Jahre voraus." Heute würden sogar wieder Gießereien gebaut, die Teile für diese Fahrzeuge herzustellen. In der Oberpfalz mit den etwas kleineren Flächen war laut Lotter der "kleinere Lanz" mit 12 bis 18 PS beheimatet, in Niederbayern waren es eher Maschinen mit 45 bis 55 PS.

Bis zu zwei Jahre braucht Thomas Lotter für eine Restaurierung. Dabei wird der Oldtimer komplett in Einzelteile zerlegt: "Früher habe ich oft nachts bis um 2 Uhr in der Früh in der Werkstatt gearbeitet, aber jetzt reicht es bis 21 Uhr." Jede Maschine habe ihre eigene Geschichte. Lotter lacht: Oft müsse man bis zu einem Jahr immer wieder zu einem Besitzer fahren, bis er zum Verkauf bereit sei. Der Schäfloher war dazu sogar schon einmal auf der Insel Rügen - zu seinem Bedauern aber vergebens. Man wurde sich damals nicht handelseinig, und so musste er ohne Kauf die Heimreise antreten.

Lotter zitiert eine alte Weisheit: "Der Lanz hält zwei Bauern aus." Durch die schwere Ausführung der Maschine, ohne Lenkunterstützung und mit 10,5 Kubikdezimetern Hubraum sei damit die Arbeit auf dem Bauernhof doch sehr anstrengend gewesen. Oft sei deshalb bei bestimmten Tätigkeiten auf Pferde zurückgegriffen worden - und der Lanz in der Scheune geblieben.

Fünf bis sechs Oldtimer-Veranstaltungen besuchen Lotter und seine Familie im Jahr. Umringt seien dabei immer die Lanz - wenn sie vorgeglüht und mit dem Lenkrad angekurbelt werden. In Winbuch konnte man einen mit 20 PS und daneben den großen Bruder mit 50 PS sehen. Ab 1953 baute Lanz einen Halbdiesel mit 28 PS, der 50 Prozent sparsamer war. Ein Volldieselbulldog dieses Fabrikats, bei dem man nicht mehr vorglühen muss, entstand ab 1954.
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