Vogelscharen und Biber bereiten Sorgen am Jerglerweiher
Kormoran fischt mit

Vermischtes
Schmidmühlen
22.01.2016
60
0

Eine breite Palette an Themen mussten die Mitglieder des Fischereivereins bei ihrer Jahreshauptversammlung abarbeiten. Diese reichte von den Rechenschaftsberichten und Ehrungen bis zu verschiedenen Anträgen.

Blick in die Statistik

Der Verein hatte zum Jahreswechsel insgesamt 177 Aktive (2015: 178), 82 Passive (83) und 29 (33) Jugendliche. Im neuen Jahr sind bereits sechs Aktive und ein Jugendlicher dazugekommen. Vorsitzender Josef Deml berichtete zudem über zahlreiche Veranstaltungen. Ein erfreuliches Ergebnis hätten die Fischer beim Marktfest erzielt. Durchaus besser hätte nach Ansicht des Vorsitzenden aber die Beteiligung beim Gemeinschaftsfischen und beim Grillfest sein können.

Erfolgsquote: 100 Prozent

Nach dem Vorbereitungskurs zur Fischerprüfung bestätigte eine Erfolgsquote von erneut 100 Prozent die Kompetenz der Ausbilder sowie die Bereitschaft der Neulinge, den Stoff zu lernen.

Sorgenkind Jerglerweiher

Sorge bereitet laut Deml zurzeit wieder der Jerglerweiher. Nicht zum ersten Mal grub und gräbt sich der Biber in den Damm - dieser weist wieder Schäden auf. Hier werden heuer sicher Arbeitseinsätze anfallen, kündigte der Vorsitzende an. Auch der Kormoran tue das Seine dazu. Deml geht davon aus, dass diese Vögel, die scharenweise (gezählt wurden teilweise über 100 Kormorane) den Weiher anfliegen, noch in den nächsten Wochen den Fischbestand im Jerglerweiher massiv dezimieren werden.

Einsatz für Artenvielfalt

2. Bürgermeisterin Eva Eichenseer lobte den Verein für seine gute Arbeit. Sie dankte für seinen Einsatz für eine ausgeglichene Artenvielfalt in den heimischen Gewässern. Weiter erwähnte sie, dass sich der Markt bei dem ins Auge gefassten Informations- und Fischerzentrum (dazu eigener Bericht auf dieser Seite) mit einem deutlichen Zuschuss beteiligen werde. Trotz enormer Investitionen, nicht nur im vergangenen Jahr, hat der Verein gut gewirtschaftet: Dies ging aus dem Kassenbericht von Manuela Madsen hervor.

Jugend lernt fleißig

Positiv fiel auch der Bericht von Jugendleiter Richard Sander aus. 31 Jugendliche bilden heuer die Nachwuchsgruppe des Vereins. Einige sind nach Erreichen des 18. Lebensjahres in die Erwachsenengruppe gewechselt, es gab aber auch Neuaufnahmen (2015: sieben Jungfischer; zum 1. Januar 2016 zwei Neuzugänge).

Sander berichtete über die Ausbildungen, bei denen die Jugendlichen zu verantwortungsvollen Anglern geschult werden. Von zwölf Veranstaltungen fiel nur eine wegen schlechten Wetters aus. Gut angenommen wurden das Angelcamp und das Jugendzeltlager am Mathiassee. Mit dem Nachwuchs ist der Jugendleiter zufrieden.

Gewässerwart Christian Kosel informierte über Fangstatistik und Besatzmaßnahmen. Ein besonderes Anliegen war dem Verein im vergangenen Jahr die Schaffung von Laichplätzen für Forellen in der Lauterach und in der Vils.

Keine Forellen in den See

Mehrere Anträge standen abschließend zur Abstimmung. Nach mehrheitlichem Beschluss werden keine Regenbogenforellen im Mathiassee ausgesetzt: Es gibt dort heuer keine Sperrzeit.

Einsatz für bedrohte FischartenInsbesondere Karpfen, Hechte, Brachsen, Barsche und Schleien, aber auch manche Forelle haben die Mitglieder des Fischereivereins beim Gemeinschaftsfischen gefangen. Dafür konnten sie drei Vereinsgewässer nutzen: der Mathiassee bei Haselbach, der Hüttlwiesenweiher bei Deislkühn und die angepachtete Vils.

Das Hegefischen, das beim Verein keinen Wettbewerbscharakter hat, dient mit der "Erfassung des Fangs" zugleich auch der Analyse des Fischbestandes und der Erkennung von Krankheiten. Es soll einmal im Jahr eine Antwort auf die Frage liefern: Welchen Erfolg hat unsere Arbeit am Gewässer? Dem Verein stehen zahlreiche Gewässer zum Angeln zur Verfügung. Zu den jährlichen Besatzmaßnahmen mit den fischereilich weniger bekannten Arten wie Barbe oder Nase setzte der Fischereiverein Schmidmühlen seine Bemühungen fort, den in der Region bedrohten Fischarten ein Überleben zu ermöglichen.

Aufgrund der sehr guten Erfahrungen der vergangenen Jahre wurden auch wieder 40 000 Bachforelleneier im Augenpunkt-Stadium an verschiedenen Stellen der Lauterach ausgebracht. Wie die Analysen zeigten, war diese Aktion von großem Erfolg belohnt. (pop)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.