Weihnachten
Das Positive am Schenken sehen

Vermischtes
Schmidmühlen
27.12.2015
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Das Weihnachtsfest wurde in der Pfarrei mit durchwegs sehr gut besuchten Gottesdiensten in der Pfarrkirche würdig begangen. An Heiligabend fanden eine Kinderkrippenfeier und eine Christmette statt.

Die Kinderkrippenfeier wurde von der Bläsergruppe der Blaskapelle St. Ägidius, von Schola und Corde Vobiscum umrahmt. Dabei führten Kinder auf einer Bühne vor dem Altar ein Krippenspiel auf. Zur Christmette sang der Kirchenchor. Volksgesang war am ersten Feiertag angesagt, am Stefanitag erklangen beim Festgottesdienst die Stimmen der Aktiven des Männergesangvereins. Bei den Gottesdiensten und Predigten war Pfarrer Werner Sulzer sehr gefordert. Er dankte allen, die diese Festtage mitgestaltet hatten.

Auf positive Aspekte


In seiner Predigt betonte er: "Weihnachten ist das Fest der Geschenke. Nie im Jahr wird mehr geschenkt. Dazu gäbe es sicherlich manch Kritisches zu sagen. Aber schauen wir heute auf die positiven Aspekte des Schenkens." Ein wirklich gutes Geschenk zeichneten zwei Dinge aus: Es passt zum Beschenkten. Zunächst einmal versuche man, sich in den anderen hineinzudenken: Was könnte den erfreuen? Was könnte er brauchen? Welche Interessen und Bedürfnisse hat er? Schon Wochen im Voraus höre ich dem anderen ganz anders zu, ob er mir nicht irgendeinen Hinweis gibt. Bei Kindern sei dies leichter; sie sagten es einem unmittelbar. Bei Erwachsenen müsse man oft raten. In einem guten Geschenk steckten ganz viele Gedanken. Das mache dessen Wert aus.

Eher aus Verlegenheit


Ein gutes Geschenk passe zum Beschenkten, aber auch zum Schenkenden. Für gewöhnlich schenke man etwas, was einem selbst gefalle. Manchmal freilich gebe man auch Dinge weiter, die man selbst irgendwann bekommen habe und man nicht mehr brauchen könne. Dies seien aber eher Verlegenheitsgeschenke, denn: "Menschen, an denen mir etwas liegt, schenke ich etwas, was auch ich schön finde. In einem guten Geschenk steckt auch ganz viel von mir."

Sulzer schilderte schließlich eine vermutlich wahre Geschichte: "Am Heiligen Abend betritt eine Altenpflegerin das Zimmer eines Bewohners. Vor dem liegen wertvolle Geschenke, die er soeben aus dem Paket seiner Tochter ausgepackt hat. Das Gesicht des Mannes strahlt freilich keinerlei Freude aus. Auf den Satz der Pflegerin ,Aber Herr, wie kann man so traurig schauen, wenn man so schöne Geschenke bekommen hat?' antwortet der alte Mann nur: Da steckt keine Liebe drin."

Mit Geschenk begonnen


Weihnachten sei das Fest der Geschenke, weil es auch mit einem Geschenk begonnen habe: Gott habe sich in uns hineinversetzt. Wer könnte das besser als Gott, der unser Innerstes geschaffen habe, der uns bis auf den Grund durchschaue. Der darum wisse, welche Sehnsüchte hinter den verquertesten Wünschen und Süchten der Menschen steckten.

Diese Sehnsüchte, die wir an den Sonntagen des Advents thematisiert hätten, fänden an Weihnachten ihre Entsprechung. Wir sehnten uns nach Freude, die bleibt: "Ich verkünde euch eine große Freude." Wir sehnen uns nach Gerechtigkeit: "Euch ist heute der Retter geboren, der Messias, der gerechte Herrscher."

Wir sehnen uns nach Frieden: "Und Frieden den Menschen auf Erden." Gott habe sich gefragt, was wir brauchen, was uns freut. All das habe er in Weihnachten hineingepackt. Und er schenke das, was ihn selbst freue, das, was ihm am meisten am Herzen liegt. Er schenke nicht weniger als sich selbst, verpackt in ein menschliches Leben, seinen Sohn verpackt in unser menschliches Fleisch und Blut.

Pfarrer Sulzer gab den Kirchbesuchern zwei Anregungen mit nach Hause. "Nehmen Sie in einer ruhigen Stunde die Briefe und Geschenke, die sie an Weihnachten erhalten haben, noch einmal zur Hand und versuchen Sie, den Menschen dahinter zu entdecken; wie viel Interesse, wie viel Zeit stecken darin. Das macht den Wert eines Geschenkes aus."

Frage des Auspackens


"Und machen Sie dasselbe mit dem Weihnachtsgeschenk schlechthin mit diesem Kind in der Krippe. Machen Sie sich bewusst, dass in dieser Krippe das liegt, wonach Sie sich zuinnerst sehnen: Gerechtigkeit, Frieden, Freude, Liebe. From God in Love - könnte an der Krippe stehen. Gott macht sich selbst uns zum Geschenk. Es liegt an uns, ob wir dieses große Geschenk auspacken und angemessen schätzen."

Weltweites Symbol


Bei der Marienfigur brannte wieder das Friedenslicht, das in der Geburtsgrotte in Bethlehem entzündet wurde und ein weltweites Symbol des Friedens ist. Nach den Gottesdiensten konnte es mit nach Hause genommen werden.
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