Zufluchtsort und Hoffnung:
Schmidmühlen pilgert auf den Kreuzberg

In der stillen Landschaft auf dem Gebiet des Truppenübungsplatzes Hohenfels steht auf dem Kreuzberg die Dreifaltigkeitskirche. Bild: bjo
Vermischtes
Schmidmühlen
19.05.2016
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Der Dreifaltigkeits-Sonntag (22.Mai) ist auch in diesem Jahr Anlass für die Pfarrgemeinde Schmidmühlen, zur Dreifaltigkeitskirche auf den Kreuzberg zu pilgern. Eine Tafel am Gotteshaus macht darauf aufmerksam, dass man sich auf dem 469 Meter hohen Kreuzberg befindet, inmitten eines frühgeschichtlichen Ringwalls.

Wahrzeichen des Marktes


Die barocke Wallfahrtskirche der heiligen Dreifaltigkeit ist Wahrzeichen des Marktes. Über Jahrtausende war der Kreuzberg Zufluchtsort und Hoffnung für viele Menschen aus den umliegenden Dörfern und Höfen, getrieben von Kriegen und Seuchen.

Ihre Entstehung verdankt die Kirche einem Gelübde der Menschen aus den umliegenden Ortschaften und Gehöften. Grund dafür war eine verheerende Viehseuche in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts.

Die Kirche wurde 1697 erbaut und 1897 von Grund auf renoviert. Den Holzaltar ziert die Gruppe der heiligen Dreifaltigkeit, eingerahmt vom heiligen Antonius. Links vor der Kirche kann man zwischen Sträuchern und Bäumen noch Reste des Anwesens erkennen, in dem der Mesner wohnte. Einen solchen hatte die Kirche von 1703 bis 1939. Dann, als der Truppenübungsplatz errichtet wurde, musste der Kreuzberg geräumt werden. Nach dem Krieg wurde das Mesneranwesen noch bis 1951 bewohnt, musste dann aber bei der Wiederinbetriebnahme des Truppenübungsplatzes durch die US-Armee endgültig geräumt werden. Das Gebäude verfiel langsam, wurde zur Ruine und schließlich 1953 geschleift.

Pfarrer kauft Kirche


1969 hat Pfarrer Otto Gillitzer die Kreuzbergkirche nach Zustimmung der US-Streitkräfte zurückerworben. Die meisten und schönsten Votivbilder sind seit der Ablösung und durch Kirchendiebstähle verschwunden. Letztere waren auch der Grund dafür, dass alle wertvollen Bilder und Heiligenfiguren in der Pfarrkirche oder im Pfarrheim gelagert werden.

Einmal im Jahr, am Dreifaltigkeits-Sonntag, wird auf dem Kreuzberg im größeren Rahmen Messe gefeiert. Die Verköstigung der Teilnehmer übernimmt auch heuer wieder die Kirwagemeinschaft.

KreuzbergfestPrediger und Hauptzelebrant beim Kreuzbergfest ist am Sonntag, 22. Mai, Direktor Gerhard Pöpperl, Verantwortlicher für Berufungspastoral in der Diözese. Um 9 Uhr wird der Festgottesdienst vor der Grotte am Kreuzberg gefeiert (bei Regen in der Pfarrkirche), begleitet von der Blaskapelle St. Ägidius. Die Prozession zur Kreuzbergkirche beginnt um 8.30 Uhr vor der Pfarrkirche. Eine Auffahrt zum Kreuzberg ist mit Privat-Pkw ab 8 Uhr möglich. (bjo)
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