Gerhard Heindl züchtet Hühner – „Badetag“ mit Persil und „Wellnes“ vor den Schauen
Gefiederte Champions

So schön weiß… das Huhn hat dafür tatsächlich in Persil gebadet. (Foto: ads)
Freizeit
Schnaittenbach
11.05.2016
48
0
 
Gerhard Heindl hat viel Freude an seinen Tieren. (Foto: ads)
(ads)

„Nach einer langen Züchterodyssee und einer noch längeren Suche nach der passenden Hühnerrasse, habe ich in den Zwerg-Wyandotten in den Farbschlägen weiß und schwarz das richtige Hühnervolk für mich gefunden“, freut sich Gerhard Heindl, der sich bei der Europaschau der Geflügelzüchter im französischen Metz Ende des vergangenen Jahres den Titel Europachampion mit einer seiner Zwerg-Wyandottenhennen im Farbschlag weiß geholt hat.

Glücklich scheint nicht nur der erfolgreiche Züchter zu sein, sondern auch seine Hühner und Hähne. Das ist nicht verwunderlich, denn Gerhard Heindl hält seine Hühner auf weitläufigen 550 Quadratmetern. Hier sind neun Volieren für den Züchterstamm untergebracht sind - und außerdem vier Volieren für die Jungtiere, sodass alle Tiere über ausreichend Auslauf verfügen.

Auf die Frage, was ihn an der Rasse der Zwerg-Wyandotten so fasziniert, meint der erfolgreiche Züchter: „Die Wyandotten haben ein sehr ruhiges Wesen und strahlen in ihrer Art eine gewisse Lebensfreude aus, die auch auf den Menschen ansteckend wirkt“. Heindl fügt hinzu, dass sie leicht ohne hohe Umzäunung zu halten sind und zudem bei rund 140 Eiern im Jahr auch sehr legefreudig seien.

Bereits 1978 hat Gerhard Heindl als Sechsjähriger mit dem Züchten von Zwerg-Bantamhühnern angefangen. „Mit dem Hobby der Geflügelzucht trat ich in die Fußstapfen meines Opas Alfons Heindl, der der Mitbegründer des Geflügelzuchtvereins Schnaittenbach-Hirschau war und mich dort schon früh als Mitglied angemeldet hat“, lässt Gerhard Heindl wissen. Nach vier Jahren Hühnerzucht reizte Gerhard Heindl die Taubenzucht und er startete einen Versuch mit schwarzen Deutschen Schautauben, was allerdings mit der Hühnerzucht nicht vereinbar war.

Als Jugendlicher des Züchtens müde, begann er 1986 eine Züchterpause. 2003 allerdings ließ Heindl sich von der Zucht der imposanten Zwerg-Kraienköppe begeistern. „Schnell stellte ich fest, dass die stürmische und flugfreudige Rasse nicht die meine war“, erinnert sich Heindl. Er sah sich nach einer ruhigeren Rasse um und stieß im selben Jahr noch auf die Zwerg-Wyandotten silberhalsig, die nach seinen Aussagen allerdings nur schwer zu bekommen seien und deren Züchtung sich schwierig gestalte.

Das ruhige Wesen dieser Rasse gefiel Gerhard Heindl allerdings - und so stieg er 2004 auf die Zwerg-Wyandotten organge gebändert um, bis er im Jahr 2010 dann bei der für ihn idealen Art der Zwerg-Wyandotten mit Farbeinschlag schwarz landete. Heute hat er einen festen Bestand von 15 Stück dieser Hühner mit Hähnen.

Bereits im ersten Züchterjahr fielen aus dem schwarzen Farbeinschlag zwei weiße Hennen, zu denen sich Heindl bei der nationalen Geflügelausstellung in Frankfurt einen Hahn besorgte, um nun auch die Züchtung dieses weißen Farbeinschlags zu forcieren. „Mit einem guten Grundstock und viel Glück ging die Züchtung der weißen Zwerg-Wyandotten zügig voran“, freut sich der erfolgreiche Züchter.

Bis heute hält er neben den schwarzen Hennen mit Hähnen auch 20 weiße Hennen mit Hähnen als festen Bestand, wobei die jährliche Nachzucht bei 60 Tieren liegt, welche bei diversen Ausstellungen im In- und Ausland verkauft werden und dort reißenden Absatz finden.

Eine seiner weißen Junghennen holte sich dann bei der Europameisterschaft der Geflügelzüchter im französischen Metz den Titel Europachampion bei Einzelhennen Ende des vergangenen Jahres. Bereits im Oktober 2015 errang der erfolgreiche Züchter mit sechs seiner Wyandottenpärchen den Titel Bayerischer Meister in Kulmbach.

„Um einen Preis zu gewinnen sind eine gute Haltung mit großen Volieren und ausreichend Grasauslauf sowie eine ausgewogene Fütterung das A und O. Diese bieten die Voraussetzung für ein gleichmäßiges Wachstum der Tiere und eine ebenso gleichmäßige Bildung der Federnstruktur“, lässt Heindl wissen. Er fügt hinzu, dass gerade beim weißen Farbeinschlag der Rasse eine saubere Stallhaltung unerlässlich sei, um auch ein sauberes Federkleid zu gewährleisten.

Jede Woche einmal Großmistung aller Voliere und tägliche Fütterung morgens um 7.30 Uhr mit Weichfutter und um 17 Uhr mit Trockenfutter – das ist für ihn als Züchter selbstverständlich. Er leibt auch die Beobachtungszeit seiner Hühner am Wochenende, um deren Entwicklung und deren Verhalten untereinander zu beobachten.

Direkt vor den Schauen erhalten die teilnehmenden Tiere noch eine zusätzliche Dreifach-Wäsche: Zuerst erfolgt eine Grundwäsche, die Gerhard Heindl mit Weißer Riese Mega Pearls vornimmt. Dann kommt ein Spülgang mit lauwarmen klarem Wasser und es folgt die Wäsche mit einem Bad in Essigwasser, um die Federstruktur zu festigen.

Danach werden die Vögel in ein weiches Handtuch gewickelt, aus dem sie sich nach Laune selbst befreien können. Ein Trockengang - je nach Wetterlage in der Sonne oder unter der UV-Lampe - von drei bis vier Stunden schließt sich an. „Die Hühner lassen sich das Bad gerne gefallen und entspannen sich sichtlich dabei“, weiß Gerhard Heindl zu berichten.

Um eine gute Fahrt zu den Schauen zu garantieren, die oft mehrer Stunden dauert, werden die Tiere in Transportkörbe verladen. „Wenn auch die Teilnahme an den Schauen zeit- und kostenintensiv ist, so wird man dort entlohnt, wenn man mit seinen Züchtungsergebnissen Preise holt oder die Nachfrage nach der Hühnern aus dem eigenen Stall bei den anderen ausgezeichneten Züchtern teils aus ganz Europa groß ist“, meinte Gerhard Heindl.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.