Gerhard Heindl züchtet Zwerg-Wyandotten und ist damit jetzt Europachampion
Endlich das richtige Hühnervolk

Zwerg-Wyandotten sind zwar generell ruhige Tiere, lassen sich aber im Zweifelsfall doch besser im Arm des Züchters fotografieren. So muss eine Junghenne im Farbschlag weiß aussehen, wenn man damit auf europäischer Ebene erfolgreich sein will. Bild: ads
Freizeit
Schnaittenbach
03.02.2016
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Gerhard Heindl. Bild: ads

"Nach einer langen Züchterodyssee und einer noch längeren Suche nach der passenden Hühnerrasse habe ich in den Zwerg-Wyandotten in den Farbschlägen weiß und schwarz das richtige Hühnervolk für mich gefunden." Das sagt Gerhard Heindl, der sich unlängst bei der Europaschau der Geflügelzüchter im französischen Metz den Titel Europachampion mit einer seiner Zwerg-Wyandottenhennen im Farbschlag weiß geholt hat. Jetzt hat er mit der Urkunde den Züchtererfolg schwarz auf weiß bekommen.

Neben dem erfolgreichen Züchter scheinen auch seine Hühner und Hähne glücklich zu sein. Das ist nicht verwunderlich, denn Gerhard Heindl hält seine Hühner auf weitläufigen 550 Quadratmetern, auf denen neun Volieren für den Züchterstamm untergebracht sind und vier Volieren für die Jungtiere, so dass alle Tiere über ausreichend Auslauf verfügen.

Tiere voller Lebensfreude


Was fasziniert den Züchter an der Rasse der Zwerg-Wyandotten? Heindl: "Die Wyandotten haben ein sehr ruhiges Wesen und strahlen in ihrer Art eine gewisse Lebensfreude aus, die auch auf den Menschen ansteckend wirkt." Zudem seien sie leicht ohne hohe Umzäunung zu halten und bei rund 140 Eiern im Jahr sehr legefreudig.

1978 hat Gerhard Heindl als Sechsjähriger mit dem Züchten von Zwerg-Bantamhühnern angefangen. "Mit diesem Hobby trat ich in die Fußstapfen meines Opas Alfons Heindl, der Mitbegründer des Geflügelzuchtvereins Schnaittenbach-Hirschau war." Nach vier Jahren mit Hühnern reizte Gerhard Heindl die Taubenzucht. Er startete einen Versuch mit schwarzen Deutschen Schautauben, der allerdings mit der Hühnerzucht nicht vereinbar war.

Als Jugendlicher des Züchtens müde, begann er 1986 eine Züchterpause. 2003 ließ er sich dann von der Zucht der imposanten Zwerg-Kraienköppe begeistern. "Schnell stellte ich fest, dass die stürmische und flugfreudige Rasse nicht die meine war", erinnert sich Heindl. Er sah sich nach einer ruhigeren Art um und stieß noch im selben Jahr auf die Zwerg-Wyandotten silberhalsig, die allerdings schwer zu bekommen waren und deren Züchtung schwierig war.

Aus schwarz wird weiß


Das ruhige Wesen dieser Rasse gefiel Gerhard Heindl jedoch, und so stieg er 2004 auf Zwerg-Wyandotten orange gebändert um, bis er 2010 bei der für ihn idealen Zwerg-Wyandottenart mit Farbeinschlag schwarz landete. Heute hat er einen festen Bestand von 15 dieser Hühner mit Hähnen. Bereits im ersten Züchterjahr fielen aus dem schwarzen Einschlag zwei weiße Hennen, zu denen sich Heindl einen Hahn besorgte, um nun auch die Züchtung dieses Farbeinschlags zu forcieren.

Auch bayerischer Meister


Bis heute hält er neben den schwarzen Tieren 20 weiße Hennen mit Hähnen als festen Bestand, wobei die jährliche Nachzucht bei 60 Tieren liegt, die bei Ausstellungen im In- und Ausland reißenden Absatz finden. Eine seiner weißen Junghennen bestätigte die Qualität der Züchtung, indem sie bei der Europameisterschaft der Geflügelzüchter in Metz den Titel Europachampion bei Einzelhennen holte. Bereits im Oktober hatte Heindl mit sechs seiner Wyandotten-Pärchen in Kulmbach den Titel Bayerischer Meister errungen.

ErfolgsgeheimnisseWas sind denn die Erfolgsgeheimnisse von Gerhard Heindl bei der Wyandottenzucht? Er gibt da offenherzig Auskunft: eine gute Haltung mit großen Volieren und ausreichend Grasauslauf sowie eine ausgewogene Fütterung, die ein gleichmäßiges Wachstum der Tiere und eine ebenso gleichmäßige Bildung der Federstruktur bewirkt. Beim weißen Farbeinschlag ist daneben - wegen des Federkleides - eine saubere Stallhaltung unerlässlich.

Direkt vor den Schauen erhalten die Tiere eine Dreifachwäsche: zuerst eine Grundwäsche mit "Weißer Riese Mega Pearls", dann ein Spülgang mit lauwarmem Wasser, schließlich ein Bad in Essigwasser, um die Federstruktur zu festigen. Danach werden die Vögel in ein weiches Handtuch gewickelt, aus dem sie sich nach Laune selbst befreien können. Ein Trockengang von drei bis vier Stunden in der Sonne oder unter der UV-Lampe schließt sich an. "Die Hühner lassen sich das Bad gerne gefallen und entspannen sich sichtlich dabei", sagt Heindl. Ein schöner Lohn für die viele Arbeit ist es für ihn, wenn die Nachfrage nach seinen Hühnern bei den anderen ausgezeichneten Züchtern aus ganz Europa groß ist. (ads)
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