Heimat- und Kulturtage
Klappern der Mühlen von einst

Arbeitskreisleiter Heinz Steinkohl (links) konnte mit Reinhold Melzer vom Wasserwirtschaftsamt (Zweiter von links) einen fachkundigen Referenten zur Renaturierung der Ehenbachs gewinnen. Mit dabei Georg Hirsch, Besitzer der Seblasmühle, Bürgermeister Sepp Reindl und Hans Hirsch, ehemaliger Besitzer der Hammermühle (von rechts), die die Ausstellung mit historischem Material unterstützten. Bild: nag
Kultur
Schnaittenbach
22.09.2016
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"Der Ehenbach ist nicht nur ein Gewässer, sondern Symbol unserer Heimat." Mit diesen Worten eröffnete Bürgermeister Sepp Reindl die Heimat- und Kulturtage in Schnaittenbach. Zu sehen gibt es Interessantes.

Er gratulierte dem Arbeitskreis Heimat- und Kultur zu diesem Thema und war begeistert vom Umfang der Ausstellung, deren Objekte, wie er sagte, "für zwei Ausstellungen gereicht hätten". Hobbyfotograf Andy Müller dokumentierte mit Bildern den Ehenbach von der Quelle bis zur Mündung und gab "Einblicke, die man im Vorbeigehen nicht wahrnimmt", so der Bürgermeister. Der zweite Schwerpunkt der Ausstellung galt den Mühlen am Ehenbach, worüber Arbeitskreisleiter Heinz Steinkohl historisches Material zusammengetragen hatte.

Wasserkraft genutzt


Mit der Wald- und Hammermühle auf dem Hammergut Unterschnaittenbach, der Seblas- und der Holzmühle nutzten einst vier Mühlen die Wasserkraft des Ehenbachs. Während die Holzmühle in Holzhammer abgebrochen wurde, sind die anderen drei als Gebäude erhalten. Gemahlen wird jedoch in keiner mehr. Die Hammermühle stellte 1970 ihren Betrieb ein. Sie erlebte ihre Blüte im frühen 17. Jahrhundert, wo sich beim Kastner zu Unterschnaittenbach rührige Handwerker angesiedelt hatten. Die Seblasmühle wurde als einer der ersten Betriebe am Ehenbach zu Beginn des 14. Jahrhunderts gegründet. Sie gilt als älteste der vier Mühlen, deren Produktion bis 1964 aktiv war. Bis 1953 arbeitetet die Waldmühle.

Die Holzmühle war Teil des Gutes in Holzhammer und namensgebend für den Ort. Der Betrieb entwickelte sich stark. Bis zu 300 Zentner Roheisen wurden pro Jahr produziert. Reinhold Melzer vom Wasserwirtschaftsamt beleuchtete das Fließgewässer selbst und verwies darauf, dass der Bachlauf von einst 40 Kilometer durch Begradigungen geschrumpft sei. "Nun läuft der Ehenbach auf 18,4 Kilometern mit einem Höhenunterschied von 80 Metern und transportiert dabei über 22 Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr. Schnaittenbach hat die Überschwemmungsgebiete respektiert und sie nicht überbaut", lobte der Fachmann vom Wasserwirtschaftsamt die Stadtplanung. Die Renaturierung sah er auf einem guten Weg. Insbesondere in Zusammenarbeit mit der Stadt habe man schon mehrere Maßnahmen umsetzen können.

Weitere Termine


Die Eröffnung wurde mit passenden Stücken von den Schwalberern musikalisch begleitet. Zu sehen ist die Ausstellung noch am Samstag, 24. September, von 17 bis 19 Uhr, sowie am Sonntag, 25. September, von 14 bis 18 Uhr.
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