Katzen verschwinden spurlos - Familie Weber erzählt
Plötzlich sind die Katzen weg

In Schnaittenbach verschwanden in vier Wochen vier Katzen - alle im selben Viertel. Die Besitzer von Karle und Strolchi inserierten in der Amberger Zeitung, bisher ohne Hinweise. An Zufall glauben sich nicht. Bild: Steinbacher
Kultur
Schnaittenbach
19.12.2014
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Strolchi lebt 14 Jahre bei Familie Weber, bevor er von einem Tag auf den anderen verschwindet. Katzen sind eben manchmal so. Doch plötzlich fehlen binnen vier Wochen drei weitere Stubentiger rund um den Birkenweg in Schnaittenbach. Die Nachbarn glauben nicht mehr an Zufälle.

Was, wenn sie jemand gefangen hat, misshandelt oder sogar tötet? Manuela Weber (42) erinnert sich genau an das Datum: Am Montag, 10. November, kommt Strolchi nicht mehr nach Hause. 14 Jahre lebt er bis dahin bei der vierköpfigen Familie. Sie inserieren in der Amberger Zeitung, verteilen Flyer in Geschäften, posten auf Facebook - es gibt keine Spur. Zehn Tage später trifft es auch Familie Horst: Karle steht normalerweise immer mittags auf der Matte. Am Donnerstag, 20. November, ruft Theresia Horst (51) vergeblich nach ihrem Kater. Er kommt nicht mehr. Zwei Tage später fehlt Minka, die Katze der Familie Ruhnau aus der Nachbarschaft. Am Dienstag, 9. Dezember, sieht Familie Kindzorra ihren Vierbeiner zum letzten Mal.

Mit Schussverletzungen

"Es ist doch einfach komisch, dass alle spurlos verschwunden sind", sagt Theresia Horst, "und das innerhalb kürzester Zeit aus demselben Viertel." Verwunderung weicht Wut. Schon einmal, das ist vier bis fünf Jahre her, seien Katzen tot in einem Sack liegend aus einem Bachbett gezogen worden: ihre Haut war gespickt von Einschusslöchern. Eine andere Katze der Familie Kindzorra habe sich mit sieben Luftgewehr-Kugeln im Körper nach Hause geschleppt. Irgendjemand müsse hinter den Viechern her sein. Dass es jemand aus der Nachbarschaft sei, bezweifeln Manuela Weber und Theresia Horst. "Wir möchten unsere Nachbarn vielmehr warnen, sie sensibilisieren, sie dazu bringen, auf ihre Katzen aufzupassen."

Hinweise erwünscht

"Noch besser wäre es natürlich, wenn wir Hinweise bekommen könnten", sagt Jürgen Weber, "egal von wem". Fremde würden in dem Viertel auf jeden Fall auffallen. Zufällig müsse keiner diese Siedlungsstraßen passieren - außer Menschen, die dort wohnen und zu tun haben. Vielleicht fühle sich der Täter ja unbeobachtet und werde doch beobachtet. "Keine Ahnung, ob es was bringt", sagt der 43-Jährige. Die Hoffnung stirbt zuletzt. So auch bei den beiden Kindern des Paares, 9 und 6 Jahre alt, die bis heute Bilder für Strolchi malen und an seinen Fress-Platz hängen - falls er wieder zurückkommt.
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