80 Marterln säumen Wege

An der Steinbildsäule bei der Kaolingrube in Schnaittenbach trafen sich einst die Schlemmarbeiter, um Brotzeit zu machen und zu beten. Bild: sh
Lokales
Schnaittenbach
03.11.2015
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Reich gesegnet mit Marterln, Bildstöcken, Feldkreuzen, Gedenksteinen und kleinen Kapellen ist Schnaittenbach.

Wer Interesse an diesen Gedächtnisstätten hat, der ist in der Stadt am richtigen Ort, denn ihr Landschaftsbild wird noch heute von insgesamt 80 Marterln, davon 43 in Schnaittenbach selbst, 29 im Kemnather Raum und 8 in Holzhammer/Neuersdorf mitgeprägt.

Das Aufstellen dieser christlichen Denkmäler in freier Natur ist heute eher eine Seltenheit, denn das jüngste, das sogenannte Busch-Marterl, ist 20 Jahre alt. Im 19. und 20. Jahrhundert war dies anders, denn aus dieser Zeit stammt die Mehrzahl der Gedächtnisstätten in und um Schnaittenbach. Mit eines der ältesten ist die Steinbildsäule Kaolingrube auf der rechten Seite des Steinbruchwegs in der Verlängerung der Dr. Carl-Eibes-Straße unterhalb der Schrebergartenanlage. Das Bild an dieser Säule stellt eine Stierszene dar. An dieser Stelle soll nämlich vor 150 Jahren ein Gemeindehirte von einem Stier getötet worden sein. Eine andere Geschichte berichtet von einem Blitz, der damals in eine Viehherde eingeschlagen ist.

Nach Aussagen von Zeitzeugen trafen sich an diesem schattigen Platz beim Sandsteinmarterl neben der Kaolingrube immer wieder Schlemmarbeiter vom nahen Kaolinwerk der Firma Kick, um dort Brotzeit zu machen und in schlichter Frömmigkeit zu beten.
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