Absage an Gas-Netzbetreiber

Lokales
Schnaittenbach
01.07.2015
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Durchweg mit einer Stimme sprach der Bauausschuss, wenn auch er einigen Antragstellern nicht entgegenkam. Ein "sensibles" Thema nahm das Gremium jedoch kurzfristig von der Tagesordnung.

(zm) Nicht, weil die Stadträte kneifen wollten, sondern eine Entscheidung unter Umständen ins Leere gelaufen wäre. Deshalb empfahl Bürgermeister Josef Reindl (CSU) dem Bau- und Umweltausschuss am Montag, diese auf der Tagesordnung stehende Ortsbesichtigung zu streichen. Geführt hätte sie in die Wernberger Straße und damit an die vielfrequentierte Hauptverkehrsader B 14. Ein dort angesiedeltes Eiscafé möchte öffentliche Freiflächen gastronomisch nutzen.

Nicht ganz einfach

Ein an dieser Stelle "sensibles" Unterfangen, beschrieb Reindl die Ausgangslage. Nun habe das Landratsamt mitgeteilt, dass es selbst zusammen mit anderen Fachbehörden und der Stadt sich von den Gegebenheiten an Ort und Stelle ein Bild machen möchte. Deshalb nahm der Ausschuss diesen Punkt wieder einstimmig aus der Sitzung. Aufmachen musste sich das Gremium dennoch. Ziel war ein parkartiges Grundstück hinter der Grund- und Mittelschule.

Genutzt wird es als provisorischer Schulsport- und Kinderspielplatz. In einer Ecke des Areals, das der Stadt gehört, steht ein kleiner, unansehnlicher Gebäudeklotz. In ihm ist Technik einer durch Schnaittenbach führenden Erdgasleitung untergebracht. Betrieben wird die Anlage von der Ferngas Netzgesellschaft Schwaig. Sie hat sich an das Rathaus gerichtet, weil sie in der Nachbarschaft dieses Komplexes ein weiteres Gebäude errichten möchte. Darin soll ein sogenannter Prozessgaschromatograph betrieben werden.

Keine Notwendigkeit

Laut Reindl dient das Gerät der kontinuierlichen Prüfung der Qualität des durchgeleiteten Gases. Benötigt würden dafür 15 Quadratmeter an Grund, die das Unternehmen neben einer eingetragenen Grunddienstbarkeit für 250 Euro pauschal ablösen würde. Die Begeisterung des Bürgermeisters hielt sich hörbar in Grenzen, und als der geschäftsführende Beamte sowie Leiter der Bauabteilung, Erwin Struck, anmerkte, dass die Ferngas hier offenbar nur einen möglichst bequemen Weg gehen wolle, war die Entscheidung eigentlich gefallen. Ihm, so der Rathaus-Beamte, sei auf Nachfrage mitgeteilt worden, dass diese Anlage "auch irgendwo im Umkreis von 20 Kilometern" entstehen könne.

Da war dem Gremium lieber, sich die weitere Entwicklung des Areals nicht zu verbauen. Denn eigentlich, auch das ließ Reindl einfließen, liegen Pläne zum Ausbau zu einem zeitgemäßen Schulsportplatz bei der Regierung zur Genehmigung. Mit sieben Nein-Stimmen wurde der Antrag der Netzgesellschaft zurückgewiesen.

Die Baubranche boomt. Das merkt auch das Rathaus. Als die Einladung zu dieser Sitzung verschickt wurde, standen noch drei baurechtliche Begehren von privater Seite auf der Tagesordnung. Bei der Sitzung waren es dann sieben. Vereinbarungsgemäß erweiterte der Ausschuss das abzuarbeitende Programm und fällte weiterhin seine Entscheidungen durchweg einstimmig.
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