Das Leben einer Blume

Ich bin das ganze Leben lang im Büro gesessen. Aber dann, mit 49 Jahren, habe ich die Leidenschaft für die Kräuter entdeckt und alles umgeschmissen.
Lokales
Schnaittenbach
08.05.2015
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Erst wenn man einen eigenen Garten hat, fängt man an, sich für Kräuter zu interessieren. Deshalb ist die junge Generation zunächst schwer für die grünen Stengel zu begeistern. Darin waren sich die Teilnehmer einer Kräutergartenführung einig.

Im Jahr 2007 erfolgte ein Umbau des Gartens, so dass er zu einer Oase der Sinne wurde. Hier gibt es Pflanzen zum Anfassen, Schmecken und Riechen. In unterschiedlichen Arealen - Schattenbereich mit Quellbrunnen, Hochbeete und Hildegard-von-Bingen-Bereich - können die Besucher die Pflanzen erkunden und gleichzeitig Wichtiges über ihren Lebensraum lernen. Außerdem gibt es auch unterschiedliche Erdteile, in denen afrikanische, asiatische oder mediterrane Kräuter zu sehen sind.

Mit Nebenwirkungen

Kräuterführerin Sigrid Fischer begleitete die Gäste durch die vielen kleinen Oasen und konnte zu jeder Blume und jedem Strauch eine Geschichte erzählen. So erfuhren die Anwesenden, dass viele gewöhnliche Pflanzen, die oft im Garten anzutreffen sind, oder gar als Unkraut bekämpft werden, in Wirklichkeit Nutzpflanzen sind und ein vielseitige heilende Wirkung haben. Das beste Beispiel dafür ist die Brennnessel: im Salat, im Pesto, aber auch als Tee tut sie nicht nur dem Körper gut, sondern schmeckt auch hervorragend. Vor allem im Frühjahr sind viele Blüten für den Menschen nützlich: So wirkt Weißdornblütentee herzstärkend, Mädesüß ist ein natürliches Aspirin, Apfelblüten helfen bei Migräne: "Man muss aber natürlich vorsichtig sein. Es sind Heilmittel und die haben Nebenwirkungen", warnte Sigrid Fischer und bat die Teilnehmer eindringlich, auf eine entsprechende Dosierung zu achten.

Geschichten aus Garten

Der Kräutergarten wird von dem Obst- und Gartenverein Schnaittenbach betrieben. Die meisten anfallenden Aufgaben erledigen Mitglieder ehrenamtlich. Um sich derart eingehend damit zu beschäftigen, braucht man eine gewisse Leidenschaft: "Ich bin das ganze Leben lang im Büro gesessen. Aber dann, mit 49 Jahren, habe ich die Leidenschaft für die Kräuter entdeckt und alles umgeschmissen", erzählte Fischer.

Deshalb machte sie eine Ausbildung zur Kräuterführerin. In den Sommermonaten lädt sie regelmäßig zu Kräuterführungen ein, bei denen die Gäste das eine oder andere selbst gemachte Schmankerl mit viel Grün probieren und spannenden Geschichten, die die Pflanzen zu erzählen haben, lauschen können.
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