Der Ehenbach wird zum Schifffahrtskanal, im Vitusheim befindet sich ein barocker Prunksaal, im Kemnather Schloss lebt eine wunderschöne, reiche Prinzessin. Wo gibt es denn so etwas? Natürlich in Schnaittenbach, genauer gesagt auf der Bühne der
Geräuchertes von Berta als Pfand

Die kleinen Schauspieler der Klassen 1 und 2 bis 4 der AG Schultheater erhielten viel Beifall für ihre Version des Shakespeare-Stücks "Der Kaufmann von Venedig". Bild: ads
Lokales
Schnaittenbach
14.07.2015
8
0
Schule in der Komödie "Der Kaufmann von Schnaittenbach".

(ads) Die Schüler der Arbeitsgemeinschaft Schultheater zeigten unter der Leitung von Lehrerin Sandra Schmidl ihre eigene moderne, frisch-fröhliche Variante des Shakespeare-Stücks "Der Kaufmann von Venedig". Drei Aufführungen gab es: in der Schule vor großem Publikum sowie beim Oberpfälzer Schultheatertag in Amberg.

Schiffe voll weißem Gold

Statt in Venedig lebt Toni (Theresa Hagler), der wohlhabende, seriöse Schifffahrtskaufmann, mitten in der Oberpfalz. Sein alter Schulfreund Blasi (Lisa Hummer) bittet ihn um einen kleinen Kredit, damit er um die Hand seiner Jugendliebe Portia (Celina Piehler) anhalten kann. Toni jedoch hat momentan selbst Sorgen: Zwei seiner mit weißem Gold, also Kaolin, beladenen Schiffe sind derzeit in unsicheren Gewässern unterwegs. Um seinem besten Freund dennoch helfen zu können, ersuchen beide den zwielichtigen, scheuen Luggi (Andreas Reng), ebenfalls bekannt aus fernen Kindertagen, um eine Zwischenfinanzierung. Luggi von der Kredit-(Hai)-Agentur Shylock willigt ein, aber unter der Voraussetzung, dass er sein Geld binnen drei Monaten zurückerhält. Als Pfand möchte er "nur" ein Stück Geräuchertes von Blasis geliebtem Hausschwein Berta.

Portia hingegen, die von allen Prinzessin von Kemnath genannt wird, steht wohl vor der wichtigsten Entscheidung ihres Lebens: Wen soll die angehende Rechtsanwältin heiraten? Wenn es nach dem Wunsch ihres verstorbenen Vaters geht, ausschließlich denjenigen Bewerber, der bei einer Art Lotterie das richtige Kästchen wählt.

Zwei Kandidaten

Der berühmt-berüchtigte Doppelbock-Hias (Kilian Hirn) ist ein Kandidat. Der andere ist der arme, aber anständige Blasi, auf den sie schon lange heimlich ein Auge geworfen hat, weil er ein "solides Auto mit Anhängerkupplung fährt" und stets einen Regenschirm bei sich trägt, "zum Schutz vor den schlechten Tagen im Leben". Soviel sei gesagt: Schließlich gibt es natürlich ein Happy End, auch wenn alle Beteiligten sich vor dem königlich-bayerischen Amtsrichter (Marcel Kropp) in Amberg wiedersehen.

Mit überzeugender Ausstrahlung, Humor und keckem Auftreten spielten sich die kleinen Schauspieler der Klassen 1/2 bis 4 in die Herzen ihres Publikums. Ein nicht unerheblicher Aufwand an Kostümen, Requisiten und Schauplätzen ließen in der 60-minütigen Vorstellung keine Langeweile aufkommen. Dabei bezogen sie die Zuschauer in das Geschehen auf der Bühne mit ein.

Kein Wunder, dass der Applaus nach dem Höhepunkt, dem Maskenball in venezianischen Kostümen, und natürlich am Schluss kaum enden wollte. Dank galt Matthias M. Ruttmann von der Firma MST, der viel Humor bewies und sich als reales Vorbild für Toni, den Schifffahrtskaufmann, zur Verfügung stellte.
Weitere Beiträge zu den Themen: Juli 2015 (8666)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.