Der Nonne schmeckt's

Die unauffälligen, grau-weißen Nonnenfalter selbst sind harmlos. Aber ihre Raupen können bei Massenvermehrung ganze Kiefernwälder kahlfressen. Bild: ads
Lokales
Schnaittenbach
20.08.2015
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Wer derzeit aufmerksam in den Kiefernwäldern des nordöstlichen Landkreises unterwegs ist, dem fallen sicherlich die an den Bäumen befestigten Plastikgefäße auf. Hierbei handelt es sich um sogenannte Nonnenfallen.

Selbstverständlich sollen damit keine Klosterfrauen mittels Duftköder gefangen werden, stellt Förster Christoph Lauerer vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Amberg, Revier Hirschau, mit einem Augenzwinkern fest. Mit dem Gerät will man des unauffälligen, grau-weißen Nachtfalters - lateinischer Namen Lymantria monacha, zu Deutsch eben "Nonne" - habhaft werden.

Entwicklung überwachen

"Die Falter selbst sind harmlos, aber ihre Raupen können bei Massenvermehrung ganze Kiefernwälder kahlfressen", informiert der Förster. In Bayern seien solche flächigen Schäden zwar schon etliche Jahrzehnte her - damals sei beispielsweise der Nürnberger Reichswald stark betroffen gewesen -, doch so eine Massenvermehrung könne jederzeit wieder auftreten. Lauerer betont: "Aus diesem Grund muss die Populations-Entwicklung der Nonne überwacht werden."

Diese Aufgabe hat die Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft in Freising übernommen. Die Fallen selbst bringen Förster des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Privat- und Gemeindewäldern sowie das Personal des Forstbetriebs Schnaittenbach in den Staatswäldern aus und betreuen sie auch. Die Fangdaten gehen dann an die Landesanstalt, die daraus die Populations-Entwicklung beurteilt. Im schlimmsten Fall, also bei einer drohenden Massenvermehrung, muss laut Lauerer dann über Bekämpfungsmaßnahmen entschieden werden.
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