Die Oper im Wald

Mackie Messer auf dem Buchberg: Stefan Reindl, Kerstin Donhauser und Thomas Reiß von der Freilichtbühne am Buchberg haben sich fürs nächste Jahr ein ganz großes Stück Literatur vorgenommen - in der Bayern-Version "Die Bettleroper". Bild: Steinbacher
Lokales
Schnaittenbach
13.11.2015
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Sie zieht wieder hinauf auf ihren Berg. Der Umbau der dortigen Hütte hatte die Freilichtbühne am Buchberg Heuer hinunter ins Zentrum Schnaittenbachs geholt. Ausnahmsweise. Im nächsten Jahr sind die Schauspieler wieder droben, im Wald. Der bekommt diesmal eine besondere Rolle - als verruchtes Hafenviertel.

Wer ihn kennt, weiß: Wenn es sein muss, dann zaubert der Theaterverein um Vorsitzenden Thomas Reiß auch. Und zwar so, dass man den Wald nicht vor, sondern trotz lauter Bäumen nicht mehr sieht. Ein Dracula-Schloss haben sie hier auch schon mal hingestellt. Gut möglich, dass diesmal ein Ozeanriese vor der Buchberghütte ankert. So ein Schiff hätte sogar einen direkten Heimatbezug. Schließlich hat drunten in Schnaittenbach die Reederei MST ihren Firmensitz.

Aber zurück zum Berg. Hier werden diesmal zwielichtige Seeleute und leichte Mädchen unterwegs sein. Und Taschendiebe: DaDreis Publikum sei gewarnt! Gesungen wird auch. Mackie Messer und sein Haifisch sind bestimmt zu hören.

Spätestens jetzt ist klar, worum es geht: Spielleiter Stefan Reindl und sein Team machen wieder mal ganz großes Theater - die Dreigroschenoper, bayerisch als "Die Bettleroper" in der Fassung von Johannes Reitmeier.

Der Kötztinger Autor und Regisseur ist Kulturfreunden aus der Region nicht zuletzt durch die Inszenierung des Amberger Welttheaters ein Begriff. Keine Oper, sondern ein Theater mit (sehr wahrscheinlich handgemachter Live-)Musik und charakterstarken Darstellern: So fasst es Reindl zusammen. Und: "Das wird auf jeden Fall wieder eine Herausforderung." Aber die liebt dieses Ensemble. Und wagt sich deshalb nun wieder an einen Klassiker, den es früher schon mal auf dem Schirm, dann aber wieder beiseite gelegt hatte.

Die drei Groschen fielen, als der Pfarrer heuer beim Buchbergfest aus Brechts berühmtem Sozialkritik-Werk zitierte. "Wenn das der Pfarrer sagt, dann ist das ein Zeichen", meint Reindl augenzwinkernd. Und macht sich schon mal Gedanken, wo er die rostigen Tonnen her bekommt, in denen im Buchberg-Hafen verruchte Flammen lodern sollen.
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