Eigenes Wasser schließt Lücke

Lokales
Schnaittenbach
07.07.2015
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Die Stadt Schnaittenbach will ihren Wasserbedarf aus der Versorgungsanlage Neuersdorf decken. Gemäß eines einstimmigen Stadtratsbeschlusses kommt dafür die Variante drei zum Zug. Diese Lösung sieht vor, den Brunnen III und die Aufbereitungsanlage Neuersdorf zu sanieren oder in Teilen zu erneuern.

Der Entwurf beinhaltet außerdem den Bau einer Zubringerleitung vom Wasserwerk Neuersdorf bis nach Seblasmühle und die Erneuerung der bestehenden Rohwasserleitung vom Brunnen III bis zur Aufbereitungsanlage - Gesamtkosten: etwa 1 358 00 Euro. Der Brunnen I in Schnaittenbach wird am 31. Dezember 2016 stillgelegt.

Mit der wasserrechtlicher Erlaubnis des Landratsamts vom 30. November 2010 wurde der Stadt Schnaittenbach eine Wasserförderung aus dem Brunnen II auf einem Grundstück in der Stadt Hirschau erteilt. Die Bewilligung berechtigt laut Verwaltung dazu, bis zu elf Liter pro Sekunde und maximal 145 000 Kubikmeter Grundwasser zu entnehmen. Diese Erlaubnis gilt bis zum 31. Dezember 2027. Außer dem Brunnen II stehen der Stadt noch der Tiefbrunnen I mit einer genehmigten Entnahme von elf Litern pro Sekunde und 73 000 Kubikmetern Wasser und ein Fremdbezug von der Steinwaldgruppe in Höhe von 15 500 Kubikmetern zur Verfügung.

Abgestimmtes Konzept

Die Förderung aus dem Tiefbrunnen I soll allerdings wegen mangelnder Schützbarkeit durch die unmittelbare Ortsrandlage und wegen der Erfordernis, die bislang betriebene Aktivkohleanlage gegen eine zertifizierte Anlage auszutauschen, eingestellt werden. Deshalb muss Schnaittenbach laut wasserrechtlicher Bewilligung des Landratsamts darlegen, wie die entstehende Versorgungslücke geschlossen werden kann. Die Stadt hat ein abgestimmtes Wasserversorgungskonzept vorzulegen, das die Außerbetriebnahme des Brunnens I bis 31. Dezember 2016 vorsieht.

Die erste Studie von Seuß Ingenieure zeigte drei Varianten für das geforderte Wasserversorgungskonzept auf, wurde aber noch einmal überarbeitet. Aus diesen Gründen sprach sich der Stadtrat in einer Klausurtagung für die Variante drei aus, die eine Eigenwasserversorgung aus der Anlage Neuersdorf vorsieht. Das Gremium kam überein, zeitnah über die Finanzierung zu beraten, wozu die Verwaltung verschiedene Modelle ausarbeiten soll.

Ehe der Stadtrat einstimmig grünes Licht für Variante drei gab, stand die Frage der Lebensdauer der alten Leitung in Holzhammer im Raum. Sie ist nach Einschätzung von Norbert Winter vom Büro Seuß den Förderanforderungen gewachsen. Manfred Schlosser bat zu klären, wie die Wasserförderung im Netz am besten zu kontrollieren sei - per Draht oder per Funk. Markus Nagler fragte nach Details zu den künftigen Betriebsausgaben, sprich zu den Stromkosten für die Wasserförderung.

Bodenerkundung nötig

Vor der Realisierung der Variante drei sind Bodenerkundungen notwendig. Den Auftrag dafür in Höhe von 5176 Euro vergab der Stadtrat an ein Nürnberger Sachverständigen-Institut. Mit den Ingenieur-Leistungen beauftragte das Gremium das Büro Seuß Ingenieure (Amberg).
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