Einmarsch am Weißen Sonntag

Auch nach 70 Jahren waren die Erinnerungen der Zeitzeugen an den Einmarsch der Amerikaner in Schnaittenbach sehr lebendig. Heinz Steinkohl (stehend) moderierte das Gespräch. Bild: ads
Lokales
Schnaittenbach
30.11.2015
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Im Frühjahr war das Thema 70 Jahre Kriegsende in aller Munde. So sehr, dass sich in Schnaittenbach nun noch einmal Zeitzeugen trafen, um ihre Erinnerungen auszutauschen.

70 Jahre ist es heuer her, dass die Amerikaner am Ende des Zweiten Weltkriegs in Schnaittenbach einmarschierten. Die Erinnerungen an dieses einschneidende Ereignis sind bei den Zeitzeugen noch sehr lebendig. Dies zeigte sich beim jüngsten Senioren-Aktiv-Treff, bei dem sich auf Anregung des Sprechers des Arbeitskreises Heimat und Kultur, Heinz Steinkohl, eine ganze Reihe jener Schnaittenbacher einfand, die den Einmarsch der US-Armee als Kinder erlebt hatten.

Rund zehn Schnaittenbacher konnte Heinz Steinkohl als Zeitzeugen gewinnen. Er erinnerte einleitend, dass jener 22. April 1945 der Weiße Sonntag gewesen sei und in Schnaittenbach Erstkommunion gefeiert wurde. Aus diesem Grund hat sich der Tag den Kommunionkindern von damals besonders eingeprägt.

Die Anwesen besetzt

"Zum Glück hat sich Schnaittenbach kampflos ergeben, als die Amerikaner von Hirschau ankommend einrückten", betonte Steinkohl, der auf die verheerenden Folgen eines Widerstandes anderer Kommunen verwies. Die Berichte der Zeitzeugen zeigten, dass nicht nur die Schnaittenbacher Bevölkerung enorme Angst vor den einrückenden Soldaten hatte, sondern auch die Amerikaner sehr vorsichtig agierten, um nicht in einen Hinterhalt zu geraten. Die Erinnerungen der Zeitzeugen waren geprägt von dem schmerzlichen Verlassen ihrer Häuser. Denn die Amerikaner hätten mehrere Anwesen besetzt. Oft seien die Bewohner heimlich zurückgekehrt, um die zurückgelassenen Tiere zu versorgen.

Heinz Steinkohl widmete sich dann einem Bericht des Zeitzeugen Michael Heindl, um die konkrete Situation im damaligen Stadtgebiet zu erläutern (wir berichteten). Weiter kam die Thematik der ankommenden Vertriebenen in Schnaittenbach zur Sprache. Rosalinde Meier bedankte sich bei Steinkohl und den Zeitzeugen und lud zum nächsten Treffen am 15. Dezember ein, das passend zur Jahreszeit adventlich geprägt sein wird.
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