Einst waren es Fuhrwerke, dann der weiße Sand, der Schnaittenbach groß werden ließ
Stürmische Aufwärtsentwicklung

Lokales
Schnaittenbach
22.10.2014
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Dank seiner Lage an der alten Handelsstraße Nürnberg-Prag war Schnaittenbach von jeher durch regen Verkehr mit den angrenzenden Ländern Österreich und Tschechien geprägt. "Neben der kargen Landwirtschaft war der Fuhrwerksverkehr, dessen Mittelpunkt die Tavernwirtschaft Zum goldenen Löwen war, eine Hauptverdienstquelle unseres Ortes", schrieb Ex-Bürgermeister Alfons Rasel in der vor 60 Jahren erschienenen Festschrift zur Stadterhebung.

Sparsam, ehrlich, treu

Dieser Einkommensfluss drohte nach seiner Auskunft mit der Inbetriebnahme der ersten Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth 1833 zu versiegen. Doch in jenem Jahr sei Daniel Christof Eduard Kick mit der Gründung des ersten Kaolinwerks der Oberpfalz gekommen. "Schnaittenbach wurde dadurch zur Geburtsstätte der bayerischen Kaolinindustrie und seit 121 Jahren leben das Hirschau-Schnaittenbacher Becken und seine strebsame, sparsame, ehrliche und treue Bevölkerung von diesem über die Grenzen der Heimat hinausreichenden Wirtschaftszweig", betonte Rasel in der Festschrift.

Er wies auch auf die "stürmische Aufwärtsentwicklung" des einstigen Marktes hin, der 1945 noch 1800 Einwohner zählte und durch die Eingemeindung der umliegenden Ortschaften und der Zuwanderung vieler Vertriebener in kurzer Zeit auf 3000 Menschen anwuchs. Am Aufschwung der Wirtschaft habe das aufstrebende Kaolinwerk Gebrüder Dorfner ebenso großen Anteil gehabt. Außerdem sei die weltbekannte Firma Kerb-Konus nach Schnaittenbach verlegt worden.

Es folgt Bau um Bau

Rasel machte aber auch auf die großen Aufgaben aufmerksam, die der Stadtverwaltung daraus entstanden und die der damalige "weitsichtige" Bürgermeister Johann Nagler im Zusammenwirken mit Landrat Dr. Martin Winkler gemeistert habe: Erweiterung der Wasserleitung, Kanalisation, Wege- und Straßenbau, blühende Siedlungen, Neubau eines Pfarrhofs, Schulhauses und Sportplatzes.
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