Erstes Werk der Oberpfalz sorgte für rasante Entwicklung Schnaittenbachs
Kaolin lässt die Stadt erblühen

Das "weiße Gold" im Kaolinrevier bescherte auch Schnaittenbach einen wirtschaftlichen Schub, der den Markt vor 60 Jahren zur Stadt reifen ließ. Die überdimensionalen Bagger und Lkw in den Sandabbaugebieten passen gut zur Größe und Bedeutung, die der Ort in diesem Industriezweig erreicht hat. Bild: Steinbacher
Lokales
Schnaittenbach
21.10.2014
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Er war ein Geschenk des Himmels: Der einst mittellose Buchhalter Daniel Christof Eduard Kick errichtete vor über 180 Jahren im Stadel des Löwenwirts das erste Kaolinwerk der Oberpfalz. Das war der Startschuss für eine rasante Entwicklung Schnaittenbachs vom Dorf zur Metropole dieses Industriezweigs. Vor 60 Jahren wurde der Ort zur Stadt erhoben.

Dieses Ereignis liegt morgen genau 60 Jahre zurück. Exakt am Jubiläumstag um 19.30 Uhr feiert die Stadt ihren Aufstieg mit einem Festakt im Vitusheim samt Verleihung von Bürgermedaillen. Es war auch 1954 ein Festakt gewesen, bei dem der damalige Innenminister und stellvertretende bayerische Ministerpräsident Dr. Wilhelm Hoegner am 23. Oktober der neuen Stadt die Erhebungsurkunde überreichte. Damals war Schnaittenbach der neunte Oberpfälzer Ort, dem seit Inkrafttreten der Gemeindereform diese Auszeichnung zuteil wurde.

Ehrengäste voll des Lobes

"Schnaittenbach hat vor allem dank der Entwicklung seiner Kaolin-Industrie den dörflichen Charakter einwandfrei abgestreift und diese seit Jahren angebahnte Entwicklung wird sich in Zukunft bestimmt noch verstärken", betonte auch der damalige Regierungspräsident Dr. Josef Ulrich. Er war sicher, dass sich mit diesem Schritt "die bereits vorhandenen erfreulichen Ansätze eines kräftigen und gesunden Lebens und Strebens erweitern und vertiefen werden". Die Stadterhebung solle der Bürgerschaft weiterer Ansporn und Verpflichtung für die Zukunft sein.

Der damals amtierende Bürgermeister Johann Nagler machte bewusst: "Schnaittenbach hat die hinter sich liegenden schweren Jahre gut und glücklich überstanden und sich bemüht, den Erfordernissen seiner Menschen gerecht zu werden. Neu erstarkt, gewachsen und verjüngt zeigt sich Schnaittenbach heute in dem Bestreben, auch fernerhin seine Pflicht gegenüber seiner Bevölkerung und seiner Heimat zu erfüllen".

Morgen Feier im Vitusheim

Der damalige Bischof von Regensburg, Michael, bestätigte in seinem Glückwunschreiben dem langjährigen Bürgermeister Alfons Rasel "Tatkraft und Tüchtigkeit und den Bürgern Fleiß, so dass sich Schnaittenbach zu einem angesehenen, wirtschaftlich blühenden Industrieort emporgearbeitet" habe. Zehn Tage lang begingen die Schnaittenbacher damals ihre Stadterhebung, für die Amberg unter dem damaligen Oberbürgermeister Josef Filbig Pate stand.

Nicht so lange, aber immerhin mit einem Ehrenabend feiert Schnaittenbach morgen im Vitusheim. Musikalisch stimmt der Chor der Grundschule Schnaittenbach die Gäste ein. Es gibt Einlagen der Theatergruppe und der Ehenbachtaler Trachtenkapelle, bevor Bürgermeister Sepp Reindl seine Ansprache hält und die Bürgermedaillen verleiht. Stadtchronist Ewald Grossmann zeigt außerdem einen Bildervortrag über Höhepunkte der Stadtentwicklung.
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