Es geht nicht so nass rein

Mit Schwung hinunter ins kühle Nass: Der Haushalt von Schnaittenbach soll keine Rutschpartie samt kalter Erfrischung sein. Das will nur das Naturerlebnisbad bieten, für das der Stadtrat aber eine Erhöhung der Eintrittspreise beschlossen hat. Archivbild: Hartl
Lokales
Schnaittenbach
25.04.2015
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Immer noch angespannt, aber doch etwas entspannter als vorher: So kann man die finanzielle Lage von Schnaittenbach beschreiben. Am Donnerstagabend verabschiedete der Stadtrat den Haushalt für 2015, der zumindest buchhalterisch ohne Netto-Neuverschuldung auskommt.

CSU, SPD und Christliche Wählerschaft Umland votierten geschlossen für den von Stadtkämmerin Bettina Tontch vorgelegten Budgetplan, die Freie Wählergemeinschaft stimmte mit ihren zwei Leuten dagegen. Die Ablehnung resultierte zwar aus den per Beschluss nicht fixierten Finanzausschusssitzungen, die sich die FWG vierteljährlich gewünscht hatte. Ihr Fraktionsvorsitzender Manfred Schlosser hatte zuvor aber auch hohe Personalkosten und Ausgaben im Verwaltungshaushalt kritisiert sowie den Schuldenabbau als nicht optimal bezeichnet.

"Man muss diesen Haushalt nicht schlechtreden, schönreden kann man ihn aber auch nicht - mehr war halt nicht drin", fand 2. Bürgermeister Uwe Bergmann (SPD), der mit seiner Fraktion gern mehr "Nachhaltigkeit" gesehen hätte. Über die Höhe des Kreditanteils war Dr. Martin Nagler (CSU) "überrascht und schockiert". Vor diesem Hintergrund will er persönlich künftig "keinen Schönheitsoperationen mehr zustimmen" und Maßnahmen, die oft nach dem Prinzip getroffen würden: "Das muss es uns doch wert sein."

Bürgermeister Sepp Reindl sprach hingegen von einem "Konsolidierungs-Haushalt", der sich an bereits vorliegenden Beschlüssen orientiere und mit über 500 000 Euro niedriger ausfalle als in der Vorjahresplanung. Außerdem habe die investitionsbedingte Verschuldung um 170 000 Euro gesenkt werden können - "trotz einer Vielzahl zu stemmender Projekte", von denen etliche nur mehr abfinanziert werden müssten. "Künftige Haushalte werden damit nicht mehr belastet und sorgen für die Freiräume, die wir brauchen", versprach der Bürgermeister.

Exemplarisch für 73 Einzelprojekte zählte er unter anderem auf: Teilfinanzierung der Feuerwehrautos mit 185 000 Euro, letzter Sanierungsabschnitt des Sanitärbaus im Naturbad mit 54 000 Euro, Planungskosten fürs Abwasserentsorgungskonzept (120 000 Euro), Einstieg in die Dorferneuerung mit 70 000 Euro und Kanalsanierung für rund 66 000 Euro.

Reindl bezeichnete den Haushaltsplan als "vorsichtig und solide aufgestellt", wenngleich er ebenso wie Tontch auf deutlich sinkende Gewerbesteuereinkünfte hinwies (über eine halbe Million Euro weniger als 2014). Demgegenüber habe sich jedoch der Einkommensteueranteil seit 2010 kontinuierlich von 1,3 auf 1,9 Millionen Euro "sehr erfreulich entwickelt". Auch die Schlüsselzuweisungen mit erstmals über einer Million Euro seien ein "stabilisierender Faktor".
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