Georg Dobmeier steht weiter an der Spitze der Bürgerinitiative Elwusch. Bei der Hauptversammlung ging er insbesondere auf das neue Sandwerk in Schnaittenbach, die
Weniger Gestank und Kosten

Die Bürgerinitiative Elwusch wählte einen neuen Vorstand (von links): Josef Hausner, Frieda Ablaßmeier, Manfred Grützner, Vorsitzender Georg Dobmeier, Doris Schneider, Thomas Görlich und Markus Grünwald. Bild: hfz
Lokales
Schnaittenbach
22.08.2015
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Luftverschmutzung durch die Firma Dorfner und die Patenschaft für einen Granitsitzplatz beim Landgraf-Platz ein.

Dobmeier erinnerte in seinem Rückblick daran, dass die BI Elwusch (Erhalt der Lebens-, Wohn- und Umweltqualität in Schnaittenbach) bereits bei der ersten Information über den Neubau des Sandwerkes in Schnaittenbach gegenüber der Firma AKW-Kick deutlich gemacht habe, dass insbesondere die mögliche Lärmbelastung der Anwohner durch den Neubetrieb eine wichtige Rolle spiele.

Kritische Punkte seien der Lkw-Verkehr und die Betriebszeiten gewesen. AKW-Kick habe zugesichert, die Bedenken zu berücksichtigen. So verlaufe die Zufahrt zum neuen Sandwerk, wie von Elwusch favorisiert, auf der tieferen, zweiten Berme (Absatz in der Böschung einer Baugrube), damit die Fahrzeuge möglichst schnell in die Tiefe geführt und somit die Lärmbelastungen für die Anwohner gemindert werden. Auch soll es zu keiner Zunahme des Lkw-Verkehrs kommen.

Eine Änderung der Betriebszeiten konnte laut Dobmeier nicht verwirklicht werden. Im Fokus der Diskussion sei dabei der Beginn der Frühschicht gewesen. Im Lärmgutachten sei eine Verschiebung auf 6 Uhr vorgeschlagen worden, dem AKW-Kick aus betriebstechnischen Gründen nicht habe folgen wollen. Auch sei der Elwusch-Vorschlag, die Zufahrt nach Westen Richtung Dorfner zu verlegen und so die Kaolinstraße zu entlasten, wegen fehlender Genehmigungen zur Kreuzung der Bahn und zum Bau einer neuen Anbindung an die B 14 verworfen worden.

Eine Win-win-Situation

Dobmeier berichtete von Geruchsbelästigungen im südwestlichen Stadtgebiet. Bürger hätten sich an die BI gewandt und Bedenken hinsichtlich der Luftverschmutzung durch die Firma Dorfner vorgebracht. Die Anwohner hätten eine erhebliche gesundheitliche Gefährdung durch die ausgestoßenen Schadstoffe befürchtetet. Aus diesem Grund habe die BI bei der Stadt beantragt, gemeinsam mit der Firma Dorfner und dem Bergamt Nordbayern in einer Bürgerversammlung die Problematik zu erörtern. Dazu sei es aber nicht gekommen.

Dorfner habe lediglich einem ausgewählten Kreis die Messergebnisse der Gutachter und das weitere Vorgehen der Firma vorgestellt. "Die Untersuchungen der Firma Dorfner ergaben einen zeitlichen Zusammenhang zwischen der thermischen Behandlung bestimmter Kaolinprodukte und den gemeldeten Belästigungen", sagte Dobmeier. Die Messungen des beauftragten TÜV Süd Industrie Service hätten ergeben, dass bei maximaler Auslastung der Anlagen die Emissionsgrenzwerte für gasförmige organische Stoffe eingehalten würden und von den Immissionen keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen ausgingen.

Laut Dobmeier wirkten die BI und die betroffenen Anwohner in engem Kontakt mit der Firma an der Lokalisierung der Ursache mit. "Durch technische Verbesserungen und einen geringeren Chemieeinsatz in der Produktion hat sich der Geruch entscheidend reduziert, die Grenzwerte werden nun deutlich unterschritten", stellte er fest. Die Reduktion von Chemie habe zu erheblichen Kosteneinsparungen bei Dorfner geführt. Firmenleitung und Betriebsrat hätten von einer Win-win-Situation für beide Seiten gesprochen und sich bei Anwohnern und BI für die konstruktive Zusammenarbeit bedankt. "Wir haben der Geschäftsleitung und dem Betriebsrat von Dorfner angeboten, an einem runden Tisch künftig entsprechende Probleme frühzeitig zu erörtern", informierte Dobmeier.

Spende für Granitsitzplatz

In der Satzung steht als Zweck des Vereins unter anderem die Anlage von öffentlichen Plätzen und Grünflächen, die städtebauliche Entwicklung und Gestaltung sowie die Förderung der Erholungsnutzung. Diese Ziele sah die Vereinsführung in der Neugestaltung des Landgraf-Platzes sowie der Schaffung eines Brunnens mit Sitzgelegenheiten verwirklicht.

Deshalb habe der Vorstand beschlossen, die finanzielle Patenschaft für einen Granitsitzplatz am dortigen Brunnen in Höhe von 1400 Euro zu übernehmen, unterstrich der Vorsitzende. Dobmeier war sich sicher, dass die BI trotz Meinungsverschiedenheiten von der Kaolinindustrie, der Stadt und vielen Bürgern als fairer Partner wahrgenommen werde.
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