Helau den Plünderern

Fast wie bei einem Rosenmontagszug im Rheinland ging es in Schnaittenbach zu: dicht gedrängt das Publikum am Straßenrand, bestens gelaunt die mitmarschierenden Gruppen. Bild: gf
Lokales
Schnaittenbach
15.02.2015
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Ehrlich sind sie, die Schnaittenbacher Stadträte, denn beim Faschingszug hatten sie offen auf den Prunkwagen geschrieben, dass sie als Stadtpiraten nur an das Geld des Bürgers wollen: "Da hilft auch kein Gejammer, wir plündern des Bürgers Schatzkammer."

Gut eine Stunde zog sich der Gaudiwurm auf der B 14 durch Schnaittenbach, und auf den Beinen waren sicher nicht nur die Bewohner der Kaolinstadt, sondern fast der halbe Landkreis. Zwischen den großen Prunkgespannen hatten sich unzählige Fußgruppen eingereiht, gleich nach den Stadtpiraten die Glockenkrieger aus Hirschau, eine Anspielung auf das heuer geplante historische Theater. Feurig rot die nicht zu überhörenden Trommler, und einen fetzigen Kasatschok hatte die Kosakengruppe auf Lager, neben "heißen" Getränken, versteht sich.

Die Bärengruppe warb für ihre Milch in den Kaffee, aber ob sie selber nur Milch gegen die eisige Kälte tranken, steht nicht fest. Filigrane bunte Schmetterlinge schwirrten im Faschingszug, grimmig dreinblickende Wikinger sicherten schwer bewaffnet ihr Langhaus gegen Fremde, und die Jugendfeuerwehr Schnaittenbach wäre notfalls auch bereit auszurücken, wenn Noahs Arche brennt.

Zahllose Maschkerer säumten den Weg des Gaudiwurms, und für Nachschub zum Aufwärmen war bestens gesorgt, sei es beim Rathaus oder am Landgraf-Platz. Einige Tonnen Süßigkeiten, Chips oder Popcorn flogen von den Wägen und da waren die Straßenkehrer des Oberlandler Bautrupps schwer mit dem Einschaufeln in Tüten und Beutel beschäftigt, aber auf eine Schaufel passt einfach mehr als in eine kleine Kinderhand.

Bis lange nach dem offiziellen Zugende feierten die Schaittenbacher Fasching. Für manchen wird es schon einige Stunden dunkel gewesen sein, ehe er den Heimweg antrat.

Gut eine Stunde zog sich der Gaudiwurm durch Schnaittenbach, und auf den Beinen waren sicher nicht nur die Bewohner der Kaolinstadt, sondern fast der halbe Landkreis. Bilder: gf
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