Jugendpflegerin klärt Vereine auf

Claudia Mai, kommunale Jugendpflegerin am Landratsamt, sprach über das Thema Jugendschutz. Bild: gf
Lokales
Schnaittenbach
14.11.2014
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Ein Bierchen für einen Jugendlichen unter 16 Jahren. Minderjährige nach Mitternacht auf einem Fest. Beides kann ziemlich teuer werden. Bußgelder von einigen tausend Euro drohen. Claudia Mai weiß allerdings, auf was es bei Veranstaltungen ankommt.

Der Jugendschutz bei Vereinsfesten war am Donnerstag im Schnaittenbacher Feuerwehrhaus zentrales Thema des Informationsabends für die Vereine und Verbände aus der Stadt. Bürgermeister Sepp Reindl lobte die Vereine. Sie hätten ihre Veranstaltungen "im Griff" und er könne sich nicht erinnern, dass es in seiner Amtszeit Vorfälle gegeben habe. Über das Thema Jugendschutz referierte Claudia Mai, kommunale Jugendpflegerin beim Jugendamt. Sie hatte zahlreiche Informationen mitgebracht:

Kindern (bis 14 Jahre) ist der Aufenthalt in Gaststätten zusammen mit den Eltern gestattet. Ohne dürfen Jugendliche bis 16 Jahre bis 22 Uhr bleiben, 17-Jährige bis 24 Uhr.

Behauptet ein Erwachsener, der einen Jugendlichen begleitet, er sei Erziehungsbeauftragter, dürfen Veranstalter das hinterfragen. Um kontrollieren zu können, ob alle Jugendlichen bis 24 Uhr eine Faschingsveranstaltung verlassen haben, sei die Wegnahme des Personalausweises nicht zulässig. Hingegen böten sich verschiedenfarbige Armbänder an, geeignet sei auch ein Pfand.

Claudia Mai sprach auch über den Alkoholausschank an Jugendliche. Bier und Wein, jedoch kein Branntwein, dürfe an 16- bis 18-Jährige ausgeschenkt werden, an Jüngere nicht, außer der Erziehungsberechtigte erlaube das. Probleme gebe es oft, wenn der Alkohol von älteren an jüngere Besucher weitergegeben wird. In solchen Fällen dürfe der Veranstalter einschreiten.

Wenn Alkohol außerhalb des Festivalgeländes getrunken wird, könnte die Polizei verständigt werden. Das gleiche gelte bei Schlägern. Fesseln oder anbinden dürfe man den nicht.

Jugendliche Mitglieder (bis 14 Jahre) von Musikkapellen dürfen bei öffentlichen Konzerten bis 22 Uhr mitspielen, bis 24 Uhr sei das auch den 16-jährigen gestattet. Sind die Eltern anwesend, gilt es unbegrenzt.

Jeder Veranstalter darf grundsätzlich von seinem Hausrecht Gebrauch machen, wenn sich Jugendliche weigern, ihr Alter nachzuweisen oder eine Kontrolle von Taschen oder Rucksäcken verweigern. Eine gewaltsame Taschenkontrolle oder die Wegnahme sei unzulässig. Das Kontrollpersonal kann jedoch darauf bestehen, dass die Besitzer Einblick in ihre Taschen gewähren. Verstöße gegen die Bestimmungen des Jugendschutzes lasse das Landratsamt nicht durchgehen, erklärte Claudia Mai. Da könnten schon Bußgelder von einigen tausend Euro verhängt werden.

Bei der Veranstaltung wies Bürgermeister Reindl zudem auf den von der Stadt Schnaittenbach gezahlten Zuschuss für Jugendliche hin. Dafür müssten die Vereine aber ihre jugendlichen Mitglieder bei der Stadtverwaltung melden. Reindl dachte auch schon an den Faschingszug im nächsten Jahr, auf den Schnaittenbach nicht verzichten wolle.

Es werde aber immer schwieriger, die Fußgruppen und Fahrzeuge "unter einen Hut" zu bringen. Kritisch sah Reindl das Verhalten vieler Erwachsener, die gedankenlos zuschauen, wie ihre Kinder Bonbons neben oder sogar unter den schweren Faschingswagen einsammeln.

Auf die Frage, welches Thema beim nächsten Vereinsabend behandelt werden soll, kam der Zuruf: "Gema."
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