Kreisfachberater Arthur Wiesmet vom Landratsamt nicht glücklich mit mancher Gartengestaltung - ...
Da fehlen nur noch Selbstschussanlagen

Lokales
Schnaittenbach
14.01.2015
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Unter dem Motto "Gedanken eines Kreisfachberaters" stand im Gasthaus Saller die Monatsversammlung des Obst- und Gartenbauvereins Schnaittenbach.

Vorsitzender Willi Meier trug einige Bauernregeln vor, ehe Kreisfachberater Arthur Wiesmet vom Landratsamt auf seine humorvolle und doch zum Nachdenken bewegende Art referierte. "Was ich so denke nach dem Wachwerden", erzählte er eingangs. Verwundert waren seine Zuhörer, dass es hier nicht um Pflanzen und Blumen ging. Aber schon bald folgten Fotos zur modernen Gartengestaltung, die ihm auf dem Weg zur Arbeit begegnet. "Der neuen Art, Grundstücke mit hohen Mauern zu umgeben, fehlen nur noch die Selbstschussanlagen", meinte er süffisant. Gebäude seien so umzäunt, wie man es von der Zonengrenze her gekannt habe.

Die neuen Häuser sehen aus wie Krematorien, die Gärten seien mit Schotter dekoriert. Die Bäume dort verkümmerten, da sie völlig standortfremd gepflanzt worden seien. Außergewöhnliches sei heute gefragt.

Anregungen aus Zeitschriften würden übernommen, ohne darüber nachzudenken, dass sich die schwarzen Terrassenplatten im Sommer auf 80 Grad aufheizten. "Man muss ja nicht drauf laufen - Hauptsache stylish. Man muss nicht wohnen, sondern beachtet werden", sagte der Kreisfachberater.

Teiche würden mit Netzen abgedeckt, damit kein Blatt rein falle, Bäume zurechtgestutzt, damit die Photovoltaik genügend Sonnenlicht erhalte.

Arthur Wiesmet beklagte den Einfassungswahn, seine Science-Fiction-Version: "Meterhohe Mauern um Häuser mit überdachten Gärten; so könne kein Blatt vom Nachbargarten hineinfallen. Überwachungselektronik überall, Nachbarschaft gibt es nicht mehr."
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