Liebäugeln mit anderen Wegen

Der CSU-Ortsverband Wildstein aus dem Nachbarlandkreis Schwandorf war Schnaittenbach und informierte sich über das Bürger-Energiekonzept. Bürgermeister Sepp Reindl (Zweiter von rechts) stellte unter anderem die Windkraftanlage bei Döswitz vor. Bild: ads
Lokales
Schnaittenbach
20.10.2014
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Der CSU-Spitze haftet derzeit der politische Vorwurf an, allzu wankelmütig in Sachen Energiewende zu sein. Trotz christsozialem Bürgermeister schlägt da zumindest eine Landkreisgemeinde voll aus der Art.

Mitglieder des CSU-Ortsverbands Wildstein (Landkreis Schwandorf) waren nach Schnaittenbach gekommen, um sich vor Ort über die Umsetzung von Bürgerenergie-Konzepten zu informieren. "Mit einem ausgewogenen Energiemix aus Photovoltaik, Windkraft und Biomasse ist Schnaittenbach bestens aufgestellt", erklärte Bürgermeister Sepp Reindl (CSU) seinen Parteifreunden nicht ohne Stolz.

Hervor hob er zudem die Installierung des Klimabeauftragten der Stadt, Markus Nagler, und die Realisierung des sogenannten Bürgerwindrads bei Döswitz. Reindl blickte in das Jahr 2009 zurück, als der Stadtrat die Änderung des Flächennutzungsplanes zur Ausweisung von Konzentrationsflächen für Windkraft beschlossen hatte. Vier Jahre später habe die Kommune als eine der ersten im Landkreis diesen Flächennutzungsplan mit festgeschriebener Windkraftnutzung genehmigt bekommen. Kurz darauf sei die "Bürgerwind Schnaittenbach" als GmbH u. Co. KG ins Leben gerufen worden. Mit der Projektierung der Anlage habe ein interessierter Betreiber schon einige Monate zuvor begonnen.

Inzwischen dreht sich das Windrad, auf dessen technische Kennwerte Markus Nagler einging. Die Nabenhöhe liegt bei 140 Metern, bei einem Flügelkreis-Durchmesser von 117 Metern sei diese Anlage eine der größten in der Region. Der prognostizierte Jahresertrag liege nach seinen Informationen bei rund sechs Gigawattstunden. Hinterfragt wurde von den Besuchern die Akzeptanz der Anlage bei den Bürgern. Denn rund um Schwandorf gebe es damit zum Teil erhebliche Probleme. Reindl verwies in diesem Zusammenhang auf etliche Bürgerversammlungen bereits im Stadium der Flächennutzungsplan-Änderung.

Er stellte fest: "Das Bürgerinteresse ist erst dann gestiegen, als es konkret in die Bauphase ging." "Man muss den Bürger bei so einem Projekt mitnehmen", forderte Nagler ein und betonte, dass die Möglichkeit einer finanziellen Beteiligung von Anrainern vor diesem Hintergrund gegeben sein sollte. Bei der Bürgerwindgesellschaft schlage dieser Anteil mit 1,5 Millionen Euro zu Buche. Weitere Themen waren die Biogasanlage bei der Brennerei- und Energiegenossenschaft Buchberg eG in Döswitz und die damit verbundene AOVE- BürgerEnergie-Genossenschaft, die derzeit ein Fernwärmenetz aufbaut.
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