Noch immer Waldbrandgefahr

Diese Feier im Wald endet mit einer feurigen Überraschung: Schon eine weggeworfene Zigarettenkippe genügt angesichts der in den Wäldern nach wie vor herrschenden Trockenheit, um den Boden in Brand zu setzen und so ein gewaltiges Schadensszenario zu riskieren. Reinhard Lenz, der Leiter des Forstbetriebs Schnaittenbach der Bayerischen Staatsforsten, bittet deshalb alle, die sich derzeit im Wald aufhalten, um äußerste Vorsicht. Bild: hfz
Lokales
Schnaittenbach
29.07.2015
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Die Gewitter mit ihren Platzregen haben ja der Natur etwas Feuchtigkeit gebracht. Da kann es mit der Waldbrandgefahr nicht mehr so schlimm sein, denken manche. Von wegen!

(ads) Die Gefahr, dass im Wald Feuer ausbricht, ist nach wie vor hoch, sagt Reinhard Lenz, der Leiter des Forstbetriebs Schnaittenbach. Sie sei mit Stufe 4 bis 5 immer noch auf ihrem höchsten Niveau. "Gebannt ist die Gefahr erst, wenn der Regen kommt - nicht ein kurzer, heftiger Platzregen bei einem Gewitter, sondern ein langsamer Landregen über mehrere Tage." Lenz appelliert deshalb an die Bevölkerung, vorsichtig zu sein: "Im Wald nicht rauchen, Feuer machen oder grillen, und bei gesichteter Rauchentwicklung sofort die Feuerwehr alarmieren." Denn bei einem Waldbrand sei jede Sekunde wichtig.

Extrem trocken

Das Ehenbachtal und die Schweinfurter Gegend sind laut Lenz die extremsten Trockengebiete in Bayern. Heuer fehle die Winterfeuchtigkeit, und auch im Frühjahr sei wenig Regen gefallen. Zwischen März und Juli habe man gerade einmal die Hälfte der sonst üblichen Niederschlagsmenge gemessen. Lenz: "Es ist heuer so extrem trocken, dass man nicht vom Grünland, sondern vom Braunland sprechen kann." Beim Mais ringelten sich die Blätter, die Heidelbeere habe zwar eine gute Blüte gehabt, doch durch die Trockenheit seien die Beeren sehr klein (dafür aber süß).

Bei den Bäumen hätten die Birken- und Buchenblätter bereits Herbstfärbung; die Linden verlören ihre Blätter sogar schon. Die Lärche habe die Knospenbildung bereits abgeschlossen, was sonst erst Mitte September der Fall sei. Fazit des Forstbetriebsleiters: "Die Natur schützt sich vor der Trockenheit, und so ziehen die Bäume ihren Saft bereits jetzt - sechs Wochen früher als üblich - ein, sie gehen auf Stand-by-Modus."

Lenz unterscheidet die Eiche mit ihren tiefen Wurzeln von der Fichte als Flachwurzler. Die habe bei längerer Trockenheit enormen Wasserstress. Die Trockenheit habe Risse im Boden verursacht, die das Wurzelwerk der Bäume schädigten. Und sie rufe wieder den Borkenkäfer auf den Plan. Als Naturkatastrophe will Lenz die Trockenheit aber nicht einstufen: "Die Natur kennt keine Katastrophen, sie passt sich veränderten Bedingungen bestmöglich an."
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