Pfarrkirche St. Vitus ziert wieder eine Sonnenuhr
Nachts gibt es keine Zeit

Seit neuestem prangt an der Südseite der Stadtpfarrkirche St. Vitus die einzige Sonnenuhr in Schnaittenbach. Bild: sh
Lokales
Schnaittenbach
22.10.2014
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Von vielen Schnaittenbachern noch nicht bemerkt, schmückt seit geraumer Zeit wieder eine Sonnenuhr - die einzig existierende in Schnaittenbach - die Südseite der Stadtpfarrkirche St. Vitus. Die Idee und Initiative hierzu ging von Kirchenverwaltungsmitglied Stefan Siegert aus, der sich seit vielen Jahren besonders der Kirchengeschichte und der Heimatpflege verschrieben hat.

Einst mehrere Exemplare

Seit der Antike sind Sonnenuhren in Gebrauch. Sie stellen mittels eines linienförmigen Stabschattens den veränderten Stand der Sonne am Himmel dar. Auch in Schnaittenbach konnte man in früheren Zeiten Sonnenuhren bewundern, wie etwa am Häusler-Anwesen in der Hauptstraße, an der ehemaligen Volksschule auf der Loh oder aber an der Sakristei der Pfarrkirche über den beiden Fenstern des Oratoriums. Bis 1969, so die Nachforschungen von Stefan Siegert, war eine Sonnenuhr an der Kirche vorhanden.

Bei Renovierung entfernt

Bei der Außenrenovierung 1970 wurde sie aber komplett entfernt, da der Eisenstab verrostet war und eine Gefahr für die Kirchenbesucher bedeutete. Die 70er Jahre, so Siegert, waren in der Kirche eine Zeit der Nüchternheit und Erneuerung, auch sämtliche Kreuze und Wetterfahnen, der Wetterhahn und die vier mächtigen Vasen auf dem Giebeldach des Querschiffs wurden ersatzlos entfernt.

Als die Dachsanierung in den vergangenen Jahren anstand, schlug Siegert vor, die Sonnenuhr nach dem historischen Vorbild wieder an der Außenseite der Sakristei anzubringen. Nachdem kein Foto der alten Anlage mehr existierte, musste auf den Erweiterungsplan des Kirchenarchitekten Hauberrisser vom Jahre 1906 zurückgegriffen werden.

Um rund 20 Grad gedreht

Das eingeschaltete Architekturbüro Kiendl schlug in seinem Plan eine einfache und schlichte Sonnenuhr vor, um zu vermeiden, dass diese überladen und damit kitschig wirkt. Der Entwurf fand die Zustimmung von Stadtpfarrer Josef Irlbacher und der gesamten Kirchenverwaltung. Bei der Realisierung der Uhr musste berücksichtigt werden, dass die St.-Vitus-Kirche nicht exakt in Ost-West-Richtung steht, sondern um rund 20 Grad gedreht ist. Deshalb galt es, erst die genaue Ausrichtung des Schattenstabes und der Uhrziffern zu berechnen. Nun schmückt also wie in früheren Zeiten wieder eine Sonnenuhr die Südseite der Kirche und zeigt neben der Kirchturmuhr die Zeit an.
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