Richtfest für das AKW-Sandwerk in Schnaittenbach
Richtbuschen über Stahlskelett

Vor dem Hintergrund der Schnaittenbacher Abenddämmerung auf der Sohle des einstigen Abbaugebiets: Hier wird die Dimension von Bauabschnitt I des neuen AKW-Sandwerks deutlich. Schemenhaft am Kranseil hängend ist der Richtbuschen noch auszumachen, rechts ein Teil der Gäste und das eigens aufgestellte Festzelt. Bild: Wolfgang Steinbacher
Lokales
Schnaittenbach
16.10.2014
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Das alte Werk steht zu Teilen auf wertvollem Boden. Es muss weg. Zugleich soll die Produktion nicht stocken, auch wenn der neue Betrieb noch nicht fertig ist. Es eilt. Deshalb läuft bei AKW und den Baufirmen alles auf Hochtouren, um den Terminplan zu halten. Dieser besagt: Abschnitt I der 25-Millionen-Euro-Investition soll im Frühjahr und Teil II im Herbst 2015 in Betrieb gehen. Am Mittwoch war Richtfest.

Von einer erstaunlichen Wende der Unternehmenspolitik innerhalb des Quarzwerke-Konzerns Frechen sprach der Geschäftsführer der Amberger Kaolinwerke (AKW), Dr. Otto Hieber, zu Beginn der mehrstündigen Feier auf der Sohle des einstigen Kaolinabbaus in Schnaittenbach. Hier entstehe ein modernes, energieeffizientes Sandwerk mit 30 Arbeitsplätzen, auf dessen erstem Gebäude seit Mittwoch der Richtbuschen vom Fortschritt der Arbeiten kündet.

Komplett neu

Dabei sei über Jahre hinweg die Planung dahin ausgerichtet gewesen, diesen Standort aufzugeben. Ein sichtbares Zeichen dieser Wende sei spätestens mit dem Spatenstich für eine komplett neue Anlage Ende April gesetzt gewesen.

Dort werde schon in naher Zukunft Roherde mit Wasser vermischt, um das Kaolin abzutrennen, legte Ralf Jeffraim dar, der zuständige Bereichsleiter innerhalb der AKW-Gruppe. Das hochwertige Material werde dann über die derzeit ebenfalls in Bau befindliche Pipeline zur Weiterbehandlung nach Hirschau gepumpt.

Knapp 30 Meter ragt das Stahlskelett derzeit in die Höhe, in dessen Innerem sich einmal der genannte Spaltprozess vollziehen soll. Unmittelbar daneben beginnt jetzt die Errichtung eines in der Senkrechten noch mächtigeren Komplexes, der künftig die Silos für Sand beherbergt. Dieser werde von hier vertrieben.

Vor dem Hintergrund der Schnaittenbacher Abenddämmerung auf der Sohle des einstigen Abbaugebiets: Hier wird die Dimension von Bauabschnitt I des neuen AKW-Sandwerks deutlich. Am Mittwoch war Richtfest. Bilder von Wolfgang Steinbacher und Elisabeth Kraus.

Um alles im vorgegebenen Zeitkorsett erledigen zu können, bedürfe es hochmotivierter Unternehmen und deren Mitarbeiter, die allesamt die Abläufe miteinander abstimmen: "Zwischen Planung, Ausführung und Produktion muss es ein stetes Miteinander geben. Da ist kein Platz für ein Herumwurschteln auf der Baustelle", unterstrich Jeffraim. Gleichzeitig hatte er Lob und Anerkennung für die beteiligten Firmen parat, die sich exakt an dieser Marschrichtung orientierten. Dankesworte fand er zugleich für Dr. Willbrord Beenken, der als Leiter der technischen Planung die Neubauentscheidung der Quarzwerke Frechen am Mittwoch gewissermaßen vor Ort vertrat.

Schließlich zollte Jeffraim den Anwohnern für deren Verständnis und Geduld Anerkennung. Nicht zuletzt deshalb seien diese, aber auch der Stadtrat samt Bürgermeister Sepp Reindl, die Beschäftigten der Bauunternehmen und ein Teil der AKW-Belegschaft eingeladen worden, voran Betriebsratsvorsitzender Josef Birner.

Kleine Präsente

Der Hirschau-Schnaittenbacher Werk- und Projektleiter Bernhard Neudecker freute sich, dass, trotz der Dimensionen der Anlage, der Baufortschritt unfallfrei über die Bühne gegangen ist. Gemeinsam mit Dr. Beenken überreichte er an Vertreter der Baufirmen kleine Präsente. Für den musikalischen Teil sorgten während des gesamten Festes die Schnaittenbacher Kaoliner. Zum Gelingen trugen nach Einbruch der Dunkelheit die LED-Illumination des Stahlgerüstes sowie eine Feuer- und Akrobatikshow mit zwei Artistinnen bei.
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