Seit 50 Jahren steht auf dem Buchberg ein Gipfelkreuz. Dieses Jubiläum können besonders die Initiatoren Georg Grosch, Heiner Priefling und Georg Schinhammer und mit ihnen der Heimat- und Volkstumsverein Ehenbachtaler feiern. Sie haben dieses Zeichen und Zeugnis des Glaubens auf einem der höchsten Berge der mittleren Oberpfalz errichtet.
Plötzlich ist da ein Kreuz

Seit 50 Jahren grüßt vom Gipfel des Buchbergs ein Kreuz. Der steinerne Tisch davor dient als Altar, wenn einige Male im Jahr hier Gottesdienste gefeiert werden. Bild: sh
Lokales
Schnaittenbach
10.10.2014
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(sh) "Den Buchberg ziert jetzt ein Gipfelkreuz - niemand weiß, wer es gebaut und aufgestellt hat" - unter dieser Überschrift erschien am 21. April1965 in der Amberger Zeitung ein Artikel zu dieser "Gipfelkrönung".

Lange Zeit hatte man damals darüber gerätselt, wer wohl das Kreuz errichtete und welche Gründe sich dahinter verbargen. Erst nach einigen Jahren konnte das Geheimnis gelüftet werden. Demnach hatten es die 1964 damals jungen Burschen Georg Grosch, Heiner Prüfling und Georg Schinhammer in einer Nacht- und Nebelaktion auf dem Schnaittenbacher Hausberg aufgestellt. Sie versahen es mit der Inschrift: "Die Schönheit der Heimat preist Dich, o Gott."

Nur nicht auf Buchberg

Die Idee hierzu entstand 1962/63, als die jungen Schnaittenbacher Buchbergfreunde in Oberbayern wohnten und unzählige Bergwanderungen und Gipfelbesteigungen im Karwendel-, Wetterstein- und Zugspitzgebirge unternahmen. Auf jedem Gipfel grüßte sie ein Kreuz, wie sie feststellten. Nur auf dem 667 Meter hohen Buchberg fehlte ein derartiges Glaubenszeugnis, erinnerten sie sich. Und so reifte der Gedanke, in Gemeinschaftsarbeit hier Abhilfe zu schaffen. Schreinermeister Georg Grosch fertigte das etwa fünf Meter hohe Kreuz aus Lärchenholz, Heiner Priefling den schmiedeeisernen Schaft, während Georg Schinhammer die Erlaubnis, es im Staatswald aufstellen zu dürfen, einzuholen versuchte. Letztere Bemühungen waren jedoch erfolglos: Die staatlichen Stellen in Schnaittenbach, Pfreimd und Regensburg verweigerten dies.

Ohne Segen der Behörden

So entschlossen sich die drei Burschen 1964, das Kreuz ohne den Segen der Behörden klammheimlich zu errichten. Heute, nach 50 Jahren, präsentiert es sich noch im ursprünglichen Zustand und musste noch nicht erneuert werden. Um es vor Witterungseinflüssen zu schützen, brachte der Heimat- und Volkstumsverein Ehenbachtaler, der es seit Jahrzehnten wartet und pflegt, lediglich eine Kupferblechabdeckung an.

Im Sommer 1965 zelebrierte der damalige Stadtpfarrer Josef Kett am Buchberggipfel die erste Bergmesse, musikalisch umrahmt von vier Musikern der Trachtenkapelle. 1982/83 feierte man hier auch die Gottesdienste zum Auftakt des Buchbergfestes. Anlässlich des Kemnather Heimatfestes sowie zum Fest der Kreuzerhöhung werden am Gipfel alljährlich Messen für verstorbene Heimatfreunde gelesen. Seit fünf Jahrzehnten ist das Kreuz auch Ziel vieler Wanderer.
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