Von Mut und Demut

Eine ungewöhnliche Kombination: Geige und Akkordeon. Ulrike Straub und Daniel Zacher bescherten den Gästen ihres Konzerts damit einen musikalischen Genuss. Bild: ads
Lokales
Schnaittenbach
14.01.2015
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Ulrike Straub wollte nicht nur Geige spielen. Sie wollte ihren Zuhörern auch Ideen nahebringen. Ausgangsfrage dabei war: "Was ist Mut?"

(ads) Die Musikpädagogin Ulrike Straub tat sich für ihr Konzert erstmals mit Daniel Zacher zusammen. Der Niederbayer mit dem Akkordeon, die Schnaittenbacherin mit ihrer Violine - es war ein außergewöhnlicher Hörgenuss, bei dem klassische Musik genauso zum Zug kam wie Tango oder bayerische Stücke. Die Instrumente ergänzten sich in der Klangfarbe ganz phantastisch. Ein zackiger Begrüßungsmarsch von Lorenz Mayerhofer zeigte das genauso wie Variationen über ein Thema von Mozart von Hermann Zilcher - laut Straub das erste Originalwerk für Akkordeon und Violine.

Nicht ohne Risiko

Bei dem sehr gut besuchten Konzert in der Aula der Mittelschule widmete sich Ulrike Straub dem Thema Mut. Sie meinte: "Wer ein Risiko eingeht in der Erwartung, dass es schiefgeht, ist einfach nur dumm. Wer ein Risiko eingeht in der Erwartung, dass trotzdem alles gut geht, ist mutig." Der Philosoph Immanuel Kant forderte: "Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!" In diesem Fall sei Mut ein Lernziel. Isaac Albéniz, der Komponist des Tangos schlechthin, habe viel Mut bewiesen, als er mit zwölf Jahren als blinder Passagier auf einem Schiff vor seinen Eltern floh, da diese ihn als Piano-Wunderkind recht wunderlich vermarkteten. "Ganz und gar man selbst zu sein, kann einigen Mut erfordern", zitierte Ulrike Straub Sophia Loren. Für sie habe dies Mut zur Wahrheit bedeutet. "Eine der wichtigsten Gefahren, die bei uns durch Mut zu meistern ist, ist die Gefahr, es uns mit anderen zu verderben. So steht man oft vor der Wahl: Entscheidet man sich für die Harmonie oder dafür, den eigenen Weg zu gehen."

Nach dem Klassiker "Donauwellen" von Josif Ivanovici folgte "Schwarze Augen" als Solo von Daniel Zacher. Mit "Tanzen möcht' ich" von Emmerich Kálmánn wurden die Gäste in die Pause entlassen. Danach ging es beschwingt mit dem Strauß-Walzer "Rosen aus dem Süden" und "Heimat meine Sterne" weiter. Straub machte sich Gedanken zur Demut als Sonderform von Mut. Die bayerischen Stücke "Niederalteicher Landler" und "Im Sulzgrabn" sowie der "Elegische Walzer" von Lorenz Mayerhofer untermalten ihre Worte.

Zum Schluss teilte Ulrike Straub mutmachende Sprüche an die Gäste aus. Mit dem zackigem Radetzkymarsch verabschiedeten sich die Musiker von ihren Zuhörern, die sich durch ihren stürmischen Applaus noch den Schostakowitsch-Walzer Nr. 2 und das wunderbare Stück "Irgendwo auf der Welt" erklatschten.
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