70 Jahre CSU Schnaittenbach
Den Erfolg nicht verspielen

Den Jubilaren gratulierten Festredner Thomas Goppel (links), Bürgermeister Sepp Reindl (Dritter von links), Ortsverbandsvorsitzender Marcus Eichenmüller (Vierter von links) und Landtagsabgeordneter Harald Schwartz (Achter von links). Die Geehrten, von links: Georg Kellner (50 Jahre), Marianne Stauber (25 Jahre), Andreas Schärtl (40 Jahre), Alfons Nagler (50 Jahre), Georg Nagler (40 Jahre) und Hans Rasp (25 Jahre). In Abwesenheit geehrt wurden Hans Pröls und Christian Gräßmann (jeweils 25 Jahre). Bild: Stei
Politik
Schnaittenbach
10.07.2016
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Dr. Thomas Goppel. Bild: wsb

Viel Polit-Prominenz versammelte sich am Samstag im Gasthaus Goldener Löwe: Die CSU Schnaittenbach feierte ihr 70-jähriges Bestehen. Mit dabei waren die Bundestagsabgeordneten Barbara Lanzinger und Alois Karl sowie Landtagsabgeordneter Harald Schwartz. Durch die Veranstaltung führte Ortsvorsitzender Marcus Eichenmüller. Er ehrte langjährige Mitglieder und stellte die Jubiläumsschrift des Ortsverbands vor.

Christliches Menschenbild


"Politik ist die Kunst, die Gegenwart zu gestalten und die Weichen für die Zukunft zu stellen", sagte Eichenmüller. Dieser Herausforderung widme sich der Ortsverband: "Projekte wie Dorferneuerung, Baugebiete, das Gewerbegebiet, unser schönes Naturbad, Abwasser- und Wasserversorgung haben den Wohnwert von Schnaittenbach erhöht." Sein besonderer Dank galt den Mitgliedern, die "geduldig am Infostand stehen und versuchen, auf jede kritische Frage eine Antwort zu geben. Sie machen die Kärrnerarbeit, ohne die keine Partei existieren kann." Als Festredner des "Schnoittenbecker" Jubiläums sprach der ehemalige Forschungsminister Thomas Goppel.

Der ehemalige CSU-Generalsekretär zog in seiner Rede eine Linie von den politischen Ideen des 19. Jahrhunderts zur Gründung der CSU: Liberalismus habe die Reichen bevorteilt. Er habe nicht funktioniert. Daraus sei die Idee von Kapitalismus und Sozialismus entstanden. Im Sozialismus habe man versucht, Gleichheit zwischen allen herzustellen. "Gleichheit ist kein Prinzip, das für die Menschen funktioniert. Die Unterschiedlichkeit ist, was die Menschen auszeichnet", erklärte der CSU-Politiker. Weil es mit Liberalismus und Sozialismus nicht funktionierte, habe man den Nationalismus an deren Stelle gesetzt. "Der ist noch mehr den Bach runter gegangen, als die Modelle vorher." Nach dem Krieg habe es einen neuen Versuch gegeben: "Viele haben gesagt: Jetzt machen wir eine Gruppierung, die mit dem christlichen Menschenbild politische Geschichte schreibt."

Mehr diskutieren


Auch die Schnaittenbacher CSU-Mitglieder hätten Anteil am Erfolg der Christlichen Parteien in Europa. Sie hätten ihren Beitrag geleistet, dass die CSU die einzige Partei Europas ist, die durchgängig regiert hat. Das sei ein Zeichen für die Verbindung zwischen Partei und Bevölkerung. Doch der Vorsitzende der Senioren-Union fand neben dem Lob auch warnende Worte: "Nach 70 Jahren leben nicht mehr viele, die die magere Zeit erlebt haben. Und wenn es 20 Jahre gut läuft, überlegen die Wenigsten, noch einmal etwas anders zu machen." Es brauche wieder mehr Diskussionsbereitschaft: "Wenn die Verdrossenen eine Partei gründen, die jegliche Mehrheitsbildung verhindert, dann gefährdet es unsere Errungenschaften von 70 Jahren."

Thomas GoppelFestredner beim 70-jährigen Gründungsjubiläum der Schnaittenbacher CSU war Thomas Goppel. Der 69-Jährige ist der Sohn des früheren bayerischen Ministerpräsidenten Alfons Goppel und war von 1986 bis 1998 und 2003 bis 2008 in verschiedenen Funktionen Mitglied der Staatsregierung. Dreieinhalb Jahre lang war er Europa-, viereinhalb Jahre Umwelt- und fünf Jahre Wissenschaftsminister. Derzeit führt er die Senioren-Union. Die Rentner dürften nicht zur Armutsklasse der nächsten Generation werden, sagte er. "Ich wünsche der CSU, dass sie die richtigen Köpfe findet, um dem Spruch der Wittelsbacher gerecht zu werden: ,Leben und leben lassen'. Alles andere sind Experimente, die sich in der Geschichte unseres Landes nie bewährt haben." (dko)
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