Planung für die Neugestaltung der Straße „Auf der Loh“
Sehr erstaunt über hohe Kosten

Es schaut alles so gleich aus - grauenhaft. Viel Pflaster und dort ein paar Bäume.
Politik
Schnaittenbach
25.01.2016
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Wenn wir was gestalten wollen, müssen wir ein bisschen Geld in die Hand nehmen.

Eine überarbeitete Planung für die Neugestaltung der Straße Auf der Loh in Schnaittenbach stellte Architekt Michael Dittmann den Stadträten vor. Die Kosten für das Projekt erschienen einigen aber doch zu hoch.

463 000 Euro würde die Maßnahme kosten, wenn ein Gasleitung verlegt würde. 3000 Euro wäre es billiger, wenn das nicht geschehen würde. Angesichts dieser Summe schluckten einige Stadträte bei der Sitzung am Donnerstagabend im Rathaus erst einmal.

Von einer Kostenexplosion war zum Beispiel die Rede. Die letzte Angabe der Summen sei nur eine grobe Schätzung gewesen, rechtfertigte Dittmann. Jetzt seien sie schärfer kalkuliert worden. Im Übrigen sei auch der zu überplanende Bereich größer geworden. Dr. Martin Nagler (CSU) hielt mit seiner, wie er selbst sagte, kritischen Meinung zur Ortskernsanierung nicht hinterm Berg. "Es schaut alles so gleich aus - grauenhaft. Viel Pflaster und dort ein paar Bäume." Die Besonderheit eines Ortes gehe verloren, bedauerte er. "Die Kosten sind mehr geworden, die Parkplätze weniger." Die Frage, wo sich eventuell Geld sparen ließe, beantwortete Dittmann so: Normales graues Gehweg-Betonpflaster verwenden, was die Kosten aber nur um 3000 bis 4000 Euro senken würde.

"Wenn wir was gestalten wollen, müssen wir ein bisschen Geld in die Hand nehmen", meinte Rudolf Bergmann (SPD). Deshalb sein Wunsch an das Gremium: "Bringen wir das auf den Weg." Liborius Gräßmann (CSU) pflichtete ihm bei. "Ich halte die Maßnahme für sinnvoll und richtig, die Preise für durchaus marktgerecht." Bei drei Gegenstimmen votierten die Stadträte schließlich für die überarbeitete Planung und beauftragten die Verwaltung, einen Zuwendungsantrag bei der Regierung der Oberpfalz einzureichen.

Das Gremium beschloss, dass die Stadt alle drei Maßnahmen des äußeren Rings (Kick-Rasel-Straße, Auf der Loh, Bischof-Rosner-Platz) mittel- beziehungsweise langfristig in Angriff nehmen wird.
Es schaut alles so gleich aus - grauenhaft. Viel Pflaster und dort ein paar Bäume.Dr. Martin Nagler (CSU)
Wenn wir was gestalten wollen, müssen wir ein bisschen Geld in die Hand nehmen.Rudolf Bergmann (SPD)


Aus der Sitzung des Schnaittenbacher StadtratsNur zur Information diente der Bericht über das Vorhaben der Tennet TSO GmbH, ihr überregionales Stromnetz durch einen Ersatz-Neubau der bestehenden Höchstspannungsleitung Ostbayernring auf der Strecke Schwandorf bis Redwitz in Oberfranken zu erweitern.

"Die von der Stadt Schnaittenbach wahrzunehmenden öffentlichen Belange werden durch das beantragte Vorhaben nicht berührt", hieß es im Sachstandsbericht. Deshalb erteilten alle Stadträte ihr Einverständnis. "Bitte nicht verwechseln mit der Gleichstromtrasse", warnte Bürgermeister Sepp Reindl.

Für das Kommunalinvestitionsprogramm (KIP), das Maßnahmen der energetischen Sanierung kommunaler Gebäude und Einrichtungen fördert, stellt die Stadt einen Antrag. Bauamt und Kämmerei hatten im Vorfeld Maßnahmen, die laut Förderrichtlinien in Betracht kämen, aufgelistet: Kindergarten St. Vitus, Doppelsporthalle, Mittelschule, neues und altes Rathaus sowie Mehrzweckgebäude in Kemnath.

Über Fraktionsgrenzen hinweg waren sich die Stadträte einig, dass zwei Maßnahmen gemeldet werden sollten: Kindergarten St. Vitus (Fenster, Heizung) sowie Doppelsporthalle/Mittelschule (Treppenlift, Lüftung, Heizung des gesamten Gebäudes). Einstimmig entschied sich das Gremium dafür, dass die Stadt sich mit diesen beiden Projekten bei der Regierung bewirbt.

Seit 1997 gibt es in Schnaittenbach eine Familienförderung beim Erwerb von stadteigenen Baugrundstücken. Festzulegen waren jetzt die Baulandpreise für das Neubaugebiet Ostfeld I. Einstimmig beschloss das Gremium 35 Euro pro Quadratmeter, ab 2018 dann fünf Euro mehr.

Die Fördersätze stellen sich wie folgt dar: für das erste Kind fünf Prozent des Baulandpreises, für das zweite bis fünfte jeweils zehn Prozent (maximal 45 Prozent). Gewährt wird die Förderung höchstens zehn Jahre ab Erwerb des Grundstücks.

An einer AOVE-Ausschreibung zur Klimaschutzmaßnahme Elektromobilität beteiligt sich auch die Stadt Schnaittenbach. Der Fördersatz beträgt 50 Prozent der Investitionskosten. Da die Obergrenze der Bezuschussung bei 200 000 Euro liegt, müssen alle AOVE-Kommunen der Kostenverteilung zustimmen.

Für Schnaittenbach sieht die Aufstellung ein Elektroauto und eine Ladesäule (30 000 Euro) vor. (san)
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