Arbeitsgemeinschaft Obere Vils/Ehenbach unternimmt mit Kindern Exkursion zur Kelten-Fliehburg ...
Kaninchen ein heiliges Mondtier

Was alles in den magischen Beutel reingestopft werden muss, erklärte Kulturführerin Helen Werner (hinten rechts) den Kindern. Sie schilderte das Keltenleben so hautnah, dass man meinen könnte, sie hätte bei ihnen eines ihrer früheren Leben verbracht. Bild: gf
Vermischtes
Schnaittenbach
06.08.2016
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In die Welt des Wunder- und Aberglaubens, der Götter, Geister und Dämonen entführte Kulturführerin Helen Werner von der Arbeitsgemeinschaft Obere Vils/Ehenbach (AOVE) eine Kindergruppe beim mystischen Spaziergang zur Kelten-Fliehburg am Buchberg.

Zwischen 2500 und 3000 Jahre alt soll die Kelten-Fliehburg sein, meinte Helen Werner. Die Anlage diente den Bewohnern im Umkreis von gut zehn Kilometern als schützender Ort, wenn feindliche Angreifer die spärlichen Ansiedlungen plünderten. Knapp über 100 Meter Durchmesser hatte der massive, etwa fünf Meter hohe Ringwall um die Fliehburg, der mit Gräben und Pfahlspitzen gesichert war.

Gut 80 Personen fanden Schutz in der Fliehburg, in der auch Nutztiere untergestellt wurden. Um einer längeren Belagerung standhalten zu können, waren Nahrungsvorräte wie Getreide und getrocknetes Fleisch in Kellern eingelagert. Problematisch war Trinkwasser, das mühsam aus den Siedlungen heraufgetragen werden musste und nur in begrenztem Umfang bevorratet werden konnte.

Asterix und Obelix


Wer waren die berühmtesten Kelten, deren Namen mit "ix" enden, wollte Helen Werner wissen, und fast im Chor kam die Antwort: "Asterix und Obelix". Gar nicht so weit hergeholt sei die Geschichte um den Zaubertrank, der immense Kräfte verleiht, betonte Werner, denn auch die Kelten hätten sich aus Pilzen und Wildkräutern einen Saft zusammengemixt, der betäubt und die Krieger schmerzunempfindlich gemacht haben soll. Sie hätten sich am ganzen Körper tätowieren lassen, so dass sie ausgesehen hätten wie furchterregende Dämonen. Die Kelten seien auch wahre Meister der Waffenschmiede gewesen, hätten Schwerter und Spieße mit Gift präpariert, so dass der einmal verletzte Gegner nach kurzer Zeit jämmerlich verstorben sei.

Das Recht, aus Eisen und Bronze gefertigte Waffen zu tragen, war bei den kampfeslustigen Kelten ein Privileg und Symbol des freien Mannes. Prunkstücke eines Keltenkriegers waren Schild, Schwert und Lanze. In Friedenszeiten lebten die Kelten in Siedlungen. Die Clans oder Stämme wurden von Häuptlingen geführt. Einerseits waren die Clans untereinander völlig zerstritten, anderseits einigte man sich auf gemeinsame Entscheidungen, vor allem, wenn Feinde im Anmarsch waren oder man auf Plünderung aus war.

Mächtige Druiden


Fast wie in der Gegenwart bestimmte auch bei den Kelten das Vermögen des Einzelnen über seine Rangfolge in der Gesellschaft. Dem Stammesführer folgten in der Hierarchie die Druiden, dann Krieger, Handwerker, schließlich die Freien, die Ackerbauern und Viehzüchter. Auf der untersten Stufe standen die Sklaven, meist Kriegsgefangene. Höchstes Ansehen genossen die Druiden, die meist der Adelsschicht angehörten und vom Militärdienst und der Steuerpflicht befreit waren. Der Druide war religiöses Oberhaupt, Richter, Heiler und Berater, vollzog Ehebündnisse und Bestattungsriten, hatte Kenntnisse in Astrologie, wurde auch als Magier und Seher zu Rate gezogen.

Die Kelten ernährten sich von Ackerbau und Viehzucht. Als sogenannte Mondtiere wurden Kaninchen verehrt, galten als heilig und standen daher nur viermal im Jahr auf dem Speiseplan. Da Kelten überaus abergläubisch waren, hatte jeder seinen magischen Beutel, gefüllt mit Pilzen, Kräutern und magischen Steinen. Da sich die Kinder an der Nepomuk-Kapelle selbst magische Beutel anfertigen durften, sammelten sie Steine, Borke und was noch so am Wegesrand zu finden war, als Schutz vor Unheil und Dämonen.
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