Dort ansetzen, wo Probleme entstehen
Mali-Projekt leistet in Afrika Hilfe zur Selbsthilfe

Die Buben und Mädchen aus Songon freuen sich über ihre neue Schule. Bild: hfz
Vermischtes
Schnaittenbach
02.01.2016
15
0
 
Einer der Bewässerungsbrunnen in den Gemüsegärten. Der Brunnenbau sichert die Existenz der Frauen und ihrer Familien. Bild: hfz

Viel haben der Wüstenstaat Mali und die Oberpfalz nicht gemeinsam - allerdings etwas entscheidendes: Freundschaftliche Bande, die Landtagsabgeordneter Reinhold Strobl aus Schnaittenbach seit etwa 30 Jahren pflegt. Der Politiker ist zweiter Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Mali, die in Afrika Hilfe zur Selbsthilfe gibt.

Trotz der angespannten Sicherheitslage, gibt es auch erfreuliche Nachrichten vom schwarzen Kontinent: Wie LAG berichtet, sei in der Stadt Songon eine neue Schule eröffnet worden. Mali ist wieder Ebola-frei und auch neue Bewässerungsbrunnen gingen in Betrieb. Mali ist ein Wüstenstaat, trotzdem leben 75 Prozent der Malier von der Landwirtschaft. Zwei Drittel der Fläche gehören zur Sahara und sind für den Ackerbau nicht geeignet.

Seit der Gründung 1982 engagiert sich die LAG nach dem Grundsatz Hilfe zur Selbsthilfe. "Es wird so viel davon gesprochen, dort zu helfen, wo die Probleme entstehen, möglichst unbürokratisch und vor Ort, damit die Menschen in ihrer Heimat bleiben können. Genau da setzen wir an", sagt Reinhold Strobl. In enger Zusammenarbeit mit Partnern vor Ort war es möglich, die geplanten Projekte umzusetzen.

Bildung als Ausweg


2015 konnte nach nur vier Monaten Bauzeit die neue Schule in Songon eröffnet werden. Das neue Schulhaus hat drei Klassenzimmer, ein Verwaltungsgebäude für das Lehrpersonal und zwei Latrinenblöcke. Die Einwohner des Dorfes haben zu der raschen Fertigstellung einen großen Teil beigetragen. "Bildung ist der einzige Weg, aus dem Teufelskreis Armut herauszukommen", zeigt sich Strobl überzeugt. "Was hilft es, wenn wir unsere Hilfe den Menschen überstülpen und sie dann langfristig allein lassen". Wirklich helfen könne seiner Meinung nach nur, dass die Bildung für Mädchen und Jungen vorangetrieben und unterstützt wird.

Mädchen sind in den Schulen aber nach wie vor unterrepräsentiert. Deshalb gibt es in Songon jetzt sogar einen Beauftragten, der speziell für die Einschulung von Mädchen wirbt. Mit Erfolg: Die Anzahl der Schülerinnen ist rasant gestiegen: Aktuell besuchen 276 Kinder (186 Buben und 90 Mädchen) die neue Grundschule. Derzeit unterrichten drei Lehrer in Songon. Der Bau der Schule ist in ein mehrjähriges Projekt in der Kommune Dombila integriert, das vom deutschen Entwicklungsministerium zu zwei Drittel gefördert wird. Statt Grenzen zum Nachbarland Guinea zu schließen, setzte Mali auf Aufklärung in der Ebola-Krise. Mit einer beispielhaften Radio-, Fernseh- und Plakatkampagne hat das Land auf Vorsichtsmaßnahmen hingewiesen und Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Seit April wird am Aufbau von zwei neuen Gärten im südlich gelegenen Kreis Yanfolila gearbeitet. Die geplanten Schachtbrunnen zur Bewässerung der Gemüsepflanzen sind gegraben. Arbeitsgeräte werden gemeinschaftlich genutzt und aufgeteilt. Denn die Nachfrage vor Ort war so groß, dass mittlerweile 60 statt der geplanten 30 Frauen einen Garten bewirtschaften.

Neue Einkommensquelle


Die Brunnen sollen den Wassermangel beheben, so dass der Gemüseanbau ganzjährig möglich ist. Überschüsse werden verkauft und so können die Familien finanzielle Engpässe selbst ausgleichen, aber auch die Schulgebühren ihrer Kinder bezahlen. Vor allem für die Frauen sind eigene Einkommen ein großer Fortschritt. Wer die LAG Mali unterstützen will, kann dies mit einer Spende tun: Das Konto bei der Raiffeisen-Volksbank Fürth hat die Iban-Nummer: DE85 7626 0451 0000 0590 05. Der Bic lautet GENODEF1FUE.
Es wird so viel davon gesprochen, dort zu helfen, wo die Probleme entstehen, damit die Menschen in ihrer Heimat bleiben können. Genau da setzen wir an.Reinhold Strobl
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.