Feuerwehr Schnaittenbach erhält zwei neue Fahrzeuge
Bewährungsprobe bereits bestanden

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Schnaittenbach
06.04.2016
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Ein stattlicher Festzug formierte sich von der Kirche zum Vitusheim unter Vorantritt der Blaskapelle Ehenbachtaler.

Großer Tag für die Feuerwehr Schnaittenbach: Zwei neue Gefährte, ein Hilfeleistungs-Löschfahrzeug und ein Gerätewagen Logistik, wurden ihr übergeben.

Schnaittenbach. (wfw) Dem Festakt war ein Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Vitus vorausgegangen, den Pfarrer Josef Irlbacher zelebrierte und die Blaskapelle Ehenbachtaler musikalisch gestaltete. Den liturgischen Dienst am Altar übernahmen Ministranten und Lektoren in Feuerwehruniform.

Nach der Messe ging es im stattlichen Festzug zum Vitusheim, wo bei strahlendem Sonnenschein und unter großer Anteilnahme der Bevölkerung der Festakt stattfand. Pfarrer Irlbacher spendete den neuen Fahrzeugen den kirchlichen Segen.

Erster Antrag 2012


Bürgermeister Josef Reindl eröffnete seine Ansprache mit einer amüsanten und zum Nachdenken anregenden Geschichte über den Prototyp Feuerwehrmann/-frau, die an den Schöpfungsbericht aus dem Alten Testament angelehnt war. Er erinnerte an den zeitlichen Ablauf der Umsetzung des Fahrzeugkonzepts, beginnend mit dem Antrag der Feuerwehrführung im Juli 2012, der den Stadtrat überzeugt habe. Entscheidend sei wohl der Hinweis gewesen, dass nicht die Feuerwehr die beiden Autos einer neuen Fahrzeuggeneration brauche, sondern die Bürger. Nicht die Feuerwehr habe die höheren Anforderungen an eine effiziente Hilfeleistung zu vertreten. Vielmehr sei die Tagesalarmsicherheit durch Demografie, veränderte Arbeitswelt und Führerscheinproblematik ins Wanken geraten. Außerdem sei ein zu ersetzendes Fahrzeug 35 Jahre alt gewesen. Das bereits im November ausgelieferte Hilfeleistungs-Löschfahrzeug HLF 20 werde in Kombination mit dem Gerätewagen Logistik GW-L1 die Einsatztaktik grundlegend verändern.

Der Bürgermeister dankte den Führungskräften der Wehr für Ausarbeitung und Umsetzung des Fahrzeugkonzepts und überreichte an die Kommandanten Michael Werner und Karl Hottner, den ehemaligen stellvertretenden Kommandanten Uli Reindl sowie an den Kommandanten der Feuerwehr Hahnbach, Michael Iberer, der die Ausschreibungsunterlagen erstellt hatte, Geschenke. Das Stadtoberhaupt zeigte sich begeistert von Gesamteindruck, Technik, Aufbau, Fahrgestell bis hin zur unverkennbar ortstypischen Beklebung der neuen Fahrzeuge.

Kommandant Michael Werner spannte einen Bogen von den ersten Gesprächen zur Entwicklung des Fahrzeugkonzepts im Herbst 2011 bis zur Übergabe der beiden Gefährte an die Feuerwehr. Kernstück sei das Hilfeleistungs-Löschfahrzeug HLF 20 der Firma Rosenbauer auf einem MAN-Fahrgestell. Vervollständigt und ergänzt werde diese Ersatzbeschaffung durch den im September bei der Firma Hensel in Waldbrunn bei Würzburg abgeholten Gerätewagen Logistik GW-L1. Beide Fahrzeuge seien bereits in den Einsatzdienst integriert worden. Vorausgegangen war eine intensive Schulung aller Aktiven. Die technischen Daten der beiden Fahrzeugen verpackte der Kommandant in ein dem Fernsehquiz "Eins, zwei oder drei" nachempfundenen Spiel, bei dem die drei aus den Reihen der Gäste gebildeten Teams Fragen zu beantworten hatten.

Einzigartiges System


Kreisbrandrat Fredi Weiß wies auf die Notwendigkeit einer sinnvollen Ausstattung der Feuerwehren mit Fahrzeugen und Geräten hin, damit diese ihren Aufgaben und damit dem Slogan "Retten - löschen - bergen - schützen" gerecht werden können. Landtagsabgeordneter Harald Schwartz erklärte, dass das System der Freiwilligen Feuerwehren in Bayern einzigartig sei und der Freistaat die Investitionen für die Feuerwehren zielgerichtet und konsequent fördere. Ein Mittagessen im Vitusheim zu den böhmisch-bayerischen Klängen der Ehenbachtaler Blaskapelle beschloss den Festakt.

Zwei neue FahrzeugeTechnische Daten

Hilfeleistungs- Löschfahrzeug HLF 20

Besatzung: neun Einsatzkräfte

Fahrgestell: MAN

Motorleistung: 290 PS

Löschanlage: Wassertank 1600 Liter, Schaumtank 125 Liter,

Förderleistung: 2400 Liter pro Minute bei zehn Bar Druck

LED-Nahumfeld-Beleuchtung

Gerätewagen Logistik GW-L1

Besatzung: drei Feuerwehrleute

Hubbühne: 1500 Kilogramm

Rettungsplattform, zwei Pressluftatmer, Motorsäge

Flexible Rollwagen mit Ausrüstung für Ölschadensbekämpfung, 500 Meter B-Schlauch, Beleuchtung, technische Hilfeleistung, Leerwagen für kontaminierte Geräte und Schläuche, 50 Kilogramm ABC-Pulverlöscher, 30 Kilogramm CO2-Löscher

Die Investition

Das Hilfeleistungs-Löschfahrzeug HLF 20 kostete 390 000 Euro, der bereits im September 2015 gelieferte Gerätewagen Logistik kam auf 118 000 Euro, zusammen sind das also rund 508 000 Euro.

Da Fördermittel von Bund, Land und Landkreis in Höhe von etwa 189 000 Euro fließen, verbleiben für die Stadt Schnaittenbach netto circa 319 000. In den Fördermitteln ist bereits eine Sonderförderung des Freistaats für eine baugleiche Beschaffung mit der Feuerwehr Hahnbach im Zuge einer interkommunalen Ausschreibung enthalten. (wfw)
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