Forstbetriebsgemeinschaft Amberg-Schnaittenbach erklärt Schülern ihre Aufgaben
In jedem Jahr 40 000 Setzlinge

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Schnaittenbach
06.04.2016
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Freudenberg. Auf die Spuren der Forstwirtschaft begab sich die 9a der Mittelschule Freudenberg mit ihrem Klassenleiter Uwe Bergmann. Bei diesem Praxistag Wald ging es in ein Gebiet bei Högling. Matthias Kick, Bereichsleiter für die Holzernte bei der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Amberg-Schnaittenbach, informierte über die Waldbewirtschaftung und das Berufsbild des Forstwirts.

Neu war für die Schüler, dass der Landkreis Amberg-Sulzbach das waldreichste Gebiet in ganz Bayern ist und die FBG rund 24 000 Hektar Wald von 2100 Mitgliedern bewirtschaftet. Hauptabnehmer der verschiedenen Hölzer seien große Sägewerke, die bis zu 90 Lkw-Ladungen pro Tag an Holz verarbeiteten, machte Kick den Schülern die Dimensionen des Holzeinschlags deutlich. Überraschend war, dass etwa 90 Prozent des Holzes nach Fernost exportiert werden. Größte Abnehmer in Deutschland seien die Bau-, Papier und Spielzeugindustrie. Die FBG erzielt laut Kick einen Jahresumsatz von etwa acht Millionen Euro und beschäftigt acht Mitarbeiter.

Der Fachmann erklärte, dass für die FBG aber nicht nur Holzeinschlag und Vermarktung zählten, sondern auch nachhaltige Waldpflege oder die Schaffung von Erholungsmöglichkeiten. So würden im Jahr bis zu 40 000 Setzlinge gepflanzt, so dass im Bewirtschaftungsgebiet der FBG bis zu sechs Festmeter Holz pro Hektar in einem Jahr nachwachsen. "Nachdem davon nur etwa die Hälfte jedes Jahr eingeschlagen wird, betreiben wir eine aktive Waldverjüngung hin zu einem gesunden Mischwald, der mit veränderten klimatischen Bedingungen besser zurecht kommt. Für dieses Jahr wird beispielsweise wegen des zurückliegenden heißen Sommers und des milden Winters ein verstärkter Borkenkäferbefall befürchtet", erklärte Kick den Schülern.

Kick zeigte den Arbeitsalltag eines Forstwirts auf, demonstrierte die fachgerechte Fällung einer 27 Meter hohen Fichte und erläuterte die Schutzausrüstung. Er machte keinen Hehl daraus, dass bei den Bayerischen Staatsforsten die Zahl der Ausbildungsplätze für den Forstwirt in den vergangenen Jahren sehr zurückging: "Die Technisierung macht auch hier nicht Halt. Ein moderner Harvester ersetzt vier Arbeiter."
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