Heimat- und Volkstumsverein Ehenbachtaler kann heuer auf sein 70-jähriges Bestehen zurückblicken
Mit dem Platteln fängt alles an

Fesche Moidln und schneidige Boum: Die Aktiven des Heimat- und Trachtenvereins Ehenbachtaler 1949 bei einem Auftritt in Demenricht. Archivbild: ads
Vermischtes
Schnaittenbach
19.05.2016
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Der Heimat- und Volkstumsverein Ehenbachtaler kann heuer auf sein 70-jähriges Bestehen zurückblicken. Dieses Jubiläum wird am Samstag und Sonntag, 21./22. Mai, mit einem Kommersabend und der Gasslkirwa groß gefeiert.

Schnaittenbach. (ads) Im Februar 1946, am Wochenende nach Aschermittwoch, brachte Sepp Herrmann am Stammtisch beim Müllerwirt (heute Gasthof Geiger) das Schuhplatteln zur Sprache. Einige Burschen griffen die Anregung begeistert auf und gründeten einen Verein. Knapp 20 Mitglieder wählten Sepp Herrmann zum Vorsitzenden.

Der "Gesellige Schuhplattler-Verein Schnaittenbach" sah seine Aufgabe in der Pflege des Gesangs, der Volkstänze, der Volksmusik und der bayerischen Gemütlichkeit. Allwöchentlich traf man sich beim Müllerwirt, dem Vereinslokal, um von Sepp Frank aus Furth im Wald die Kunst des Schuhplattelns zu erlernen. Erster Vereinsmusikant war Alfons Schuller, der aber bald von Alfred Herrmann abgelöst wurde.

Mit Tracht vorn dran


1947 nannte sich die Gruppe in Volks- und Gebirgstrachtenverein Schnaittenbach um, Vereinskleidung war zunächst die Miesbacher Gebirgstracht mit kurzen Lederhosen. Man übernahm die Ausrichtung des Buchbergfestes. In den Fünfzigern schloss sich der Verein dem Gauverband Oberpfalz im Landesverband Bayerischer Heimat- und Volkstrachtenvereine an. Dank der Unterstützung des Fabrikdirektors Alfons Rasel und des späteren Volkstumswarts Sepp Müller Anderl waren die Ehenbachtaler eine der ersten in der Oberpfalz, die die erneuerte Volkstracht besaßen. Steil schnellten die Mitgliederzahlen nach oben, von 19 im Jahr 1946 auf 270 in 1975. Heute haben die Ehenbachtaler stabil 300 Vereinsangehörige. Schon immer konnte bei den Schnaittenbacher Trachtlern das Tanzen und Schuhplatteln erlernt werden. Die Nachwuchsarbeit wird heute in einer Kinder- und Jugendgruppe unter Leitung von Melanie Zerhau und Maria Schwab gepflegt. Bei den Vereinsabenden mit Tanzprobe freitags im Vereinsheim kommt neben dem Tanzen die Gemütlichkeit nicht zu kurz.

Renommierte Kapelle


Musik wurde immer schon groß geschrieben. Die Ehenbachtaler Trachtenkapelle, 1954 von Toni Schärtl gegründet, ab 1958 von Res Bergmann übernommen und jetzt geleitet von Norbert Allwang, begleitet das Leben der Stadt Schnaittenbach und ihrer Vereine auf vielfältige Weise.

Um Jugendliche für die Blasmusik zu begeistern, bietet man seit 1992 eine Musikanten-Lehre an. 1996 wurde eine Jugendblaskapelle gegründet, die inzwischen den Kinderschuhen entwachsen ist und sich als Ehenbachtaler Blaskapelle einen Namen macht.

Kommersabend und GasslkirwaZur 70-Jahr-Feier hat der Heimat- und Volkstumsverein Ehenbachtaler gemäß seinem Leitspruch "Treu der Stadt, treu der Tracht, treu der Heimat" ein umfangreiches Programm auf die Beine gestellt. Bürgermeister Josef Reindl hat die Schirmherrschaft für das Festwochenende am Samstag und Sonntag, 21/22. Mai, übernommen.

Beginn ist am Samstag, 21. Mai, um 16.30 Uhr mit dem Friedhofsgang, Treffpunkt ist am Trachtlerheim. Um 17 Uhr ist am Friedhof Totengedenken mit Kranzniederlegung. Um 18 Uhr startet im Heim der Kommersabend mit einem Abendessen in gemütlicher Runde. Nach einem Rückblick auf die bewegte Vereinsgeschichte werden langjährige Mitglieder geehrt. Ein gemütliches Beisammensein schließt sich an.

Am Sonntag, 22. Mai, um 9.30 Uhr starten die Trachtler mit einem Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Vitus in den Festtag. Nach der Festmesse geht es gegen 10.30 Uhr im Festzug zum Vereinsheim. Hier besteht Gelegenheit zum Mittagessen. Die Trachtler lassen ab 13 Uhr die frühere Tradition der Gasslkirwa wieder aufleben, bei der auch Tänze vorgeführt und Musikdarbietungen geboten werden. (ads)
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