In Schnaittenbach wird Arbeitskreis Flüchtlingsarbeit gegründet
Sprachpaten gesucht

Kornelia Köppl (Zweite von rechts) erklärte sich bereit, einen Deutschkurs in den Räumen der Schule zu organisieren und damit einen wichtigen Beitrag zur Integration der Flüchtlinge zu leisten. Das begrüßten Bürgermeister Josef Reindl, Ulla Frohmann und ein syrischer Dolmetscher (von links) sowie der Landtagsabgeordnete Reinhold Strobl (rechts). Bild: ads
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Schnaittenbach
12.04.2016
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Das Erlernen der deutschen Sprache, eine Begleitung der Kinder zur Schule und der Erwachsenen bei Behördengängen und Arztbesuchen sowie Einkaufshilfen sind am dringendsten, um Flüchtlinge zu integrieren. Das zeigte das erste Treffen in Sachen Flüchtlingsarbeit, zu dem die Pfarrei St. Vitus eingeladen hatte.

"Was können wir tun für die Integration?" Dies war die zentrale Frage bei der Zusammenkunft. Die Einladung der Pfarrei zur Gründung eines Arbeitskreises Flüchtlingsarbeit stieß auf reges Interesse, so dass sich eine große Runde im Vitusheim einfand. Neben den kirchlichen Gremien und Verbänden waren die Stadt Schnaittenbach mit Bürgermeister und Parteien sowie Schule, Sportverein und evangelische Kirche vertreten.

Arbeitskreis als Zeugnis


"Ob aus humanitären, gesellschaftspolitischen oder christlichen Interessen heraus: Es muss gemeinsames Ziel in Schnaittenbach und andernorts sein, die Flüchtlinge in der Gesellschaft zu integrieren", benannte Pfarrer Josef Irlbacher das Ziel eines solchen Arbeitskreises und ergänzte: "Je breiter eine solche Gruppe aufgestellt ist, desto stärker ist das Zeugnis gegen fremdenfeindliches oder fremdenablehnendes Ansinnen."

Bürgermeister Josef Reindl informierte über den Stand der Asylbewerberzahlen. Demnach sind gegenwärtig 39 Personen, vorwiegend Syrer, in Schnaittenbach in dezentralen Einrichtungen untergebracht. "Bisher gab es bei uns in der Stadt keinerlei Schwierigkeiten mit den Flüchtlingen", stellte das Stadtoberhaupt fest.

Schulleiterin Michaela Bergmann merkte an, dass zurzeit 17 Kinder mit Migrationshintergrund an der Schnaittenbacher Grund- und Mittelschule Sprachförderung erhalten. Zur Verbesserung der Deutschkenntnisse sei auf Eigeninitiative der Schule das Projekt Sprachpaten aus der Taufe gehoben worden. Dabei vermittelten freiwillige Helfer den Flüchtlingskindern Deutschkenntnisse. Wer Interesse an einer Sprachpatenschaft hat, kann sich in der Schule (09622/70 26-0) melden. Die Rektorin wies auch auf ein zweites geplantes Projekt für Schüler von Schülern hin: einen Spieletreff.

TuS-Chef Gerald Dagner informierte über die Möglichkeit, Flüchtlinge in den Sportverein einzubinden, die dann über den Deutschen Sportverband versichert seien. Pfarrer Josef Irlbacher ließ wissen, dass eine Teilnahme an den Gruppenstunden beispielsweise bei den Pfadfindern ebenfalls denkbar wäre.

Erneut Kleidersammlung


Wolfgang Trummer von der Kolpingsfamilie kündigte an, im September wieder eine Kleidersammlung für Flüchtlinge zu organisieren. Mit Kornelia Köppl wurde vereinbart, dass unter ihrer Leitung ein Deutschkurs in den Räumen der Schule veranstaltet wird. Zuschüsse seien über die Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen (Lagfa), eventuell auch die Caritas der Diözese denkbar, erklärte Pfarrer Irlbacher.

Ein Flüchtlings-Café


Folgende weitere Aktionen, die die Integration fördern könnten, wurden angedacht: ein großes Treffen für alle zum Kennenlernen im Vitusheim, ein regelmäßiges Flüchtlings-Café mit Dolmetscher, Aktionen, zum Beispiel beim Pfarrfest, sowie die Möglichkeit der Teilnahme am Angebot des städtischen Ferienprogramms.

Ulla Frohmann, die sich in der Flüchtlingshilfe in Hirschau engagiert, gab hilfreiche Tipps. Abschließend wurde vereinbart, dass die Teilnehmer die verschiedenen Anregungen in ihre Organisationen einbringen, um zu prüfen, was machbar ist. Das nächste Treffen wurde für Montag, 25. April, oder wahlweise 9. Mai festgesetzt.
Ob aus humanitären, gesellschaftspolitischen oder christlichen Interessen heraus: Es muss gemeinsames Ziel in Schnaittenbach und andernorts sein, die Flüchtlinge in der Gesellschaft zu integrieren.Pfarrer Josef Irlbacher
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