Schnaittenbacher Viertklässler untersuchen bei Forschungswerkstatt ihre Heimatstadt in Sachen ...
Für Spielplätze Paten ernennen

Eine Forschergruppe stellte ihren Traumspielplatz vor und hatte dazu extra ein Modell gebastelt. Bilder: ads (3)
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Schnaittenbach
22.06.2016
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Bedauerlich fand die Forschergruppe "Gute Orte - schlechte Orte", dass die erst vor kurzem eröffnete Eisdiele schon wieder geschlossen hat.

Reihenweise gute Ideen trugen die Schüler zusammen, wie die Stadt Schnaittenbach kinderfreundlicher gestaltet werden könnte. In der Forschungswerkstatt Heimat hatten sie die Themen "Gute Orte - schlechte Orte", Verkehr, Spielplätze und Kräutergarten unter die Lupe genommen.

"Wo Kinder und Jugendliche Anerkennung bekommen und die Erfahrung machen, dass sie etwas bewirken können, werden sie sich auch in der Zukunft einbringen", darin ist sich die Leiterin des Projekts "Forschungswerkstatt Heimat", Anita Kinscher von der kommunalen Jugendarbeit des Landkreises, sicher. Sie begleitete an der Grundschule die Klasse 4b mit Lehrerin Gabi Schindler bei dem Projekt. Die Vorschläge, die auf die Attraktivität der Stadt und deren Kinderfreundlichkeit abzielten, kamen nicht nur bei Schulleiterin Michaela Bergmann gut an, sondern auch bei Bürgermeister Josef Reindl und den Stadträten.

Zwei Tage setzten sich die Viertklässler mit ihrer Heimatstadt auseinander. Eingeteilt in vier Gruppen, waren die Kinder im Stadtgebiet unterwegs. Die Ergebnisse flossen in eine Präsentation ein, die bei einem Elternabend dem Bürgermeister und den Stadträten sowie der Bevölkerung vorgestellt wurde. Bei der Zusammenkunft informierte Rektorin Bergmann, dass die Schule bereits vor drei Jahren an diesem Projekt teilgenommen hatte. Sie lobte das Engagement der Kinder und die guten Ideen. Die Viertklässler Eric Grabbert und Emily Schwab führten souverän durch die Präsentation.

Der Gruppe "Gute Orte - schlechte Orte" gefiel der Brunnen am Georg-Landgraf-Platz, aber auch die große Zahl an Spielplätzen, insbesondere der gut ausgestattete im Neubaugebiet Am Stiglrangen/Mühlfelder. Hervorgehoben wurde die Vielzahl an tollen Freizeitmöglichkeiten, etwa Naturerlebnisbad, Wanderwege, Kräutergarten und Bücherei oder die Feste. Auch die vielen Arbeitsplätze vor Ort, die Naturnähe Schnaittenbachs sowie Schule und Kindergärten wurden mit Lob bedacht.

Doof fanden die Schüler den Vandalismus, das große Müllaufkommen und die Graffitisprühereien gerade am Spielplatz im Neubaugebiet, den Schulsportplatz mit sanierungsbedürftiger Laufbahn und der Sprunganlage, die geringe Zahl an Ampeln und Fußgängerüberwegen an der B 14 sowie die fehlende Eisdiele. Zur Pflege der Spielplätze schlugen die Kinder Paten vor.

Mehr Ampeln und Fußgängerüberwege forderte auch die Gruppe "Verkehr", die die Kick-Rasel-Straße an der Einmündung der B 14 unter die Lupe nahm. Dabei stellte sie fest, dass diese Straße schwierig zu überqueren sei, weil hier zu schnell gefahren werde. An der Einmündung der Hauptstraße 20 in die B 14 seien die Autos nicht sichtbar. Mehrere Spiegel für Fußgänger könnten Abhilfe schaffen. Gegenüber dem Netto-Einkaufsmarkt sei die Straße schwer zu überqueren - ein Zebrastreifen könnte hier Abhilfe schaffen. Nicht entgangen ist den Forschern, dass in der Netto-Siedlung das vorgeschriebene Tempo 30 nicht eingehalten werde. Hier schlugen sie das Aufstellen einer Geschwindigkeitsmessanlage vor. Die Gruppe nahm außerdem eine Verkehrszählung im Stadtgebiet und eine Bürgerbefragung zur Verkehrslage an der B 14 vor.

Nur Positives hatte die Forschergruppe "Kräutergarten" zu berichten, weil man viel Wissenswertes zu hören bekommt. Die Gruppe "Spielplatz" stellte ihren Traumspielplatz vor mit großem Klettergerüst, langer Rutsche mit Wasserbecken, Trampolin und Schaukeln, aber auch Bäumen und ausreichend Mülleimern.

Bürgermeister Josef Reindl wertete einen Großteil der Vorschläge als sehr überzeugend, vor allem die Idee mit den Spielplatzpaten. Das Stadtoberhaupt brachte die Idee eines Kinderparlaments ins Spiel.
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