Uralter Brauch
Winter muss die Peitsche spüren

Vermischtes
Schnaittenbach
18.03.2016
10
0

Einen uralten Brauch ließen die Trachtler vor rund elf Jahren wieder aufleben: das Winteraustreiben. Höhepunkte waren das symbolische Auspeitschen und Verbrennen einer Strohpuppe.

Die vielen Gäste, darunter auch eine Delegation vom hiesigen Evergreen-Seniorenheim, erwartete ein abwechslungsreiches Programm mit zünftiger Musik, Tanzeinlagen sowie einem Zwiegespräch zwischen Winter und Frühling. Nun gilt es abzuwarten, ob sich die Mühe der Trachtler gelohnt hat, die heuer erstmals Unterstützung von zwei Perchten erhielten, und die kalte Jahreszeit Reißaus nimmt.

Erwin Meier in Stellvertretung des Trachtlerchefs Peter Meier freute sich über den großen Zuspruch von Jung und Alt für die Veranstaltung. Nachdem Vereinsmusikant Kurt Scharrer zur Begrüßung der Gäste zünftig aufgespielt hatte, wusste Meier Einiges über das Winteraustreiben zu berichten. Dieses ursprünglich heidnische Ritual gehe vermutlich auf die Kelten zurück. Es basiere auf einem heidnischen Ahnenkult, dem der Glaube an böse Geister und Hexen zugrunde lag. Erwin Meier betonte, dass mit der Christianisierung diese heidnischen Bräuche verändert oder in christlichen Regionen zum Großteil verschwunden seien.

"Wir Ehenbachtaler sehen uns dem Brauchtum verpflichtet", sagte er. In Schnaittenbach sei der Winter noch vor dem Krieg unter der Regie vom Schärtl Willi am Forst ausgepeitscht worden. Im Sulzbacher Land werde der Brauch des Winteraustreibens in jährlich wechselnden Orten in unterschiedlicher Weise bis heute am 1. Mai gepflegt. "Alle Menschen sehnen sich nach einem langen Winter nach Frühling und Sonne, Blumen und Grün. So wollen auch wir versuchen, den frostigen Gesellen zu vertreiben", meinte Erwin Meier.

Nach ein paar Gute-Laune-Liedern, mit denen Kurt Scharrer auf der Quetschn Frühlingsstimmung verbreite, begaben sich die Trachtler in den Garten des Vereinsheims, um dort den Winter mit Peitschenknallen zu vertreiben. Im Anschluss wurde eine Strohpuppe als Symbol für den Winter verbrannt. Fröhlich tanzten die Mitglieder anschließend zur zünftigen Musik um die Asche. In gemütlicher Runde klang das Winteraustreiben im Trachtenheim bei regen Gedankenaustausch über die alten Bräuche zum Winterende aus.
Weitere Beiträge zu den Themen: Brauchtum (85)Winteraustreiben (5)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.