Amberger Kaolinwerke nehmen in Schnaittenbach neues Sand- und Kieswerk in Betrieb
Bekenntnis 25 Millionen schwer

Symbolischer Knopfdruck zum Start des neuen Kies- und Sandwerks in Schnaittenbach unter dem schützenden Zeltdach und vor der Videowand, die über die Produktion informierte mit (von links) Robert Lindemann-Berk, Geschäftsführender Gesellschafter der Quarzwerke-Gruppe Frechen, Bayerns Arbeitsministerin Emilia Müller und AKW-Geschäftsführer Dr. Otto Hieber. Dem neuen Konzept folgend, werden die gewonnenen Kaoline und Feldspäte in flüssiger Form in vier Pipelines mit einer Länge von je 3,5 Kilometern von hier
Wirtschaft
Schnaittenbach
03.06.2016
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"Die Lebensdauer des Produktionsstandortes wird auf 40 Jahre gesichert. Wo gibt es denn derartige Planungen sonst noch?" Zitat: Emilia Müller, Arbeitsministerin in Bayern

Wer das feste Ziel eines neuen Werkes vor Augen hat, den werfen ein Erdrutsch an der Zufahrt oder anhaltender Regen am Tag der offiziellen Inbetriebnahme nicht aus der Bahn. Wie so etwas geht, demonstrierten die Amberger Kaolinwerke (AKW) zur Einweihung ihres neuen Sand- und Kieswerks in Schnaittenbach.

Die Schlammspuren an der neu geteerten Zufahrtsstraße waren am Freitag längst beseitigt, und ein großes Zelt für die zahlreichen Gäste machte deutlich, dass man bei AKW auch kurzfristig auftretende Hindernisse in den Griff bekommt. Pendelbusse, die die Besucher vom Parkplatz zur Sohle des Abbaugebiets brachten, taten ein Übriges. Dort in der Tiefe ist binnen zwei Jahren eine hochmoderne Produktionsanlage entstanden. 25 Millionen Euro haben die Gesellschafter der Quarzwerke-Gruppe Frechen (bei Köln) dafür in die Hand nehmen lassen, 22 für Schnaittenbach, drei für Hirschau.

Nicht in kühnsten Träumen


Auch wenn der Himmel sich wolkenverhangen gab und viel Wasser zur Eröffnung der neuen Anlagen beisteuerte, in den Gesichtern von Gastgebern und Besuchern stand eitel Sonnenschein, angesichts des Bekenntnisses des Familienunternehmens zum Kaolinpott-Standort Hirschau/Schnaittenbach. Ihren musikalischen Beitrag steuerten die Kaolinkapelle und die Munich Strings bei. Historisch wurde es, als Eduard Kick (alias Roland Fritsch von der AKW-IT-Abteilung) auftrat. In der Montur von 1833, als Kick die deutsche Kaolinindustrie auf den Weg gebracht hatte, meinte er angesichts eines freien Tages aus dem Jenseits: "Das hätte ich mir in den kühnsten Träumen nicht vorstellen können, dass hier eines Tages ein solch gigantisches Werk entstehen könnte."

AKW-Geschäftsführer Dr. Otto Hieber machte aus seinem Stolz angesichts der unfallfreien Vollendung dieses Projekts keinen Hehl: "Es ist nicht nur für uns, sondern für die gesamt Region bedeutsam", unterstrich er. Es sei die bisher größte Einzelinvestition bei AKW. Insgesamt seien in den vergangenen 20 Jahren rund 200 Millionen Euro in den Standort gesteckt worden.

Robert Lindemann-Berk, Geschäftsführender Gesellschafter der Quarzwerke-Gruppe Frechen, bekräftigte dies. Wie sein Vorredner lobte er die Belegschaft und das gesamte Umfeld für ihr entgegenkommendes Verhalten. Die Entscheidung zum Neubau bezeichnete er als "entschlossenes Bekenntnis unseres Familienunternehmens zur Oberpfalz".

Innovativ ausgeweitet


Bayerns Arbeitsministerin Emilia Müller freute sich, dass mit der Eröffnung des neuen Sand- und Kieswerks die Kaolintradition in Schnaittenbach fortgeführt wird. Damit werde der Doppelstandort nicht nur gestärkt, sondern auch innovativ ausgeweitet. Und die Festrednerin fügte hinzu: "Die Lebensdauer des Produktionsstandortes wird auf 40 Jahre gesichert. Wo gibt es denn derartige Planungen sonst noch?"

Dieses neue, hochmoderne Werk belege, "wie wichtig nachhaltiges und langfristiges unternehmerisches Handeln ist". Nach einem gemeinsamen Countdown drückte Müller, flankiert von den Geschäftsführern Hieber und Lindemann-Berk, den symbolischen roten Knopf zum Werksstart, der wegen der Witterung unter dem Zeltdach vonstatten ging.

Zuvor hatten es sich die beiden Pfarrer, Josef Irlbacher und Roman Breitwieser, nicht nehmen lassen, aus dem Zelt zu gehen und die ökumenische Segnung mit Weihwasser direkt an der neuen Produktionsstätte über die Bühne zu bringen. Den feierlichen Augenblick durfte das Publikum im Trockenen auf einer großen Videowand live mitverfolgen.

Das anschließende Mittagsmenü genossen die Besucher zu Klängen der Munich Strings, ehe dann gruppenweise zur Führung durch die gerade eben freigegebenen Anlagen aufgebrochen wurde. (Zum Thema)

Die Lebensdauer des Produktionsstandortes wird auf 40 Jahre gesichert. Wo gibt es denn derartige Planungen sonst noch?Emilia Müller, Arbeitsministerin in Bayern


Zum ThemaBisher größte EinzelinvestitionEinen Meilenstein in der Firmengeschichte haben die Amberger Kaolinwerke (AKW) am Freitag mit der feierlichen Inbetriebnahme ihres neuen Sand- und Kieswerks in Schnaittenbach gesetzt. Das zur Quarzwerke-Gruppe Frechen gehörende Unternehmen benötigte für die Umsetzung dieses Vorhabens, nach einer kurzen Planungs- und Genehmigungsphase, gerade mal zwei Jahre Bauzeit. Die neuen Anlagen - die Produktionstürme ragen bis zu 60 Meter aus der Tagebaugrube in den Oberpfälzer Himmel - halten 30 qualifizierte Arbeitsplätze bereit. Laut AKW ist nach dieser Investition der Standort nicht mehr nur für 25, sondern für nunmehr 40 Jahre gesichert. Alles in allem beschäftigt das Unternehmen aktuell rund 470 Mitarbeiter, plus etwa 30 Auszubildende.

40 Prozent weniger Rohstoffverbrauch

AKW-Geschäftsführer Dr. Otto Hieber bekundete am Freitag vor der Festversammlung, dass künftig pro Jahr 650 000 Tonnen Rohstoff aus den beiden Schnaittenbacher Tagebauen zu Kaolin, Quarzprodukten und Feldspat aufbereitet und veredelt werden. Das neue Werk leiste einen nachhaltigen ökologischen Beitrag, weil der Rohstoffverbrauch seitens AKW "insgesamt durch eine signifikante Steigerung der Effizienz um mehr als 40 Prozent gesenkt werden konnte".

"Das Beste, was der Markt hergibt""Wir haben lange nach einem guten Weg für Schnaittenbach gesucht und jeden Cent ein paar Mal umgedreht. Aber jetzt haben wir hier das Beste bekommen, was der Mark hergibt - eines der modernsten Werke der Kaolinproduktion", bekräftigte der Geschäftsführende Gesellschafter der Quarzwerke-Gruppe Frechen, Robert Lindemann-Berk.

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