Spektakulärer Schwertransport in Schnaittenbach
Flügel sind eingeflogen

Drei Polizeiautos begleiteten den Schwertransport von der Autobahn bis zum Waldweg bei Hainstetten. An der Ecke zur Dr. Martin-Winkler-Straße in Schnaittenbach war Maßarbeit gefragt.
Wirtschaft
Schnaittenbach
29.01.2016
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Schnaittenbach: Georg-Landgraf-Platz |

Schnaittenbach hat schon viele Schwertransporte erlebt, aber einen solchen noch nicht. Mit einer logistischen Meisterleistung hievten die Transporteure in der Nacht auf Freitag die Blätter für das derzeit größte Oberpfälzer Windrad durch die Stadt.

Schnaittenbach/Hainstetten. Blaulicht-Disco in der Schnaittenbacher Hauptstraße: Gegen 22.30 Uhr riegelte die Polizei mit drei Einsatzwagen die Bundesstraße 14 ab. Aus Richtung Hirschau näherte sich der Lastwagen-Konvoi, der die drei Flügelblätter für das neue Windrad bei Hainstetten geladen hat. "Ich bin gespannt, ob die um die Kurve kommen", sagt ein älterer Herr, der auf die Straße gekommen war, um sich das Spektakel anzusehen. Ein gutes Dutzend Schaulustige hat es ihm gleich getan.

Wie am Schnürchen


Die Zaungäste erleben eine Show fast wie aus der Traumfabrik: Mit Karacho fährt ein Lieferwagen an die Ecke zur Dr. Martin-Winkler-Straße. Drei Männer in reflektierenden Jacken springen heraus, schrauben in Sekundenschnelle Verkehrszeichen ab und verschwinden wieder. Dahinter folgt die erste Zugmaschine, am Steuer ein Mann, der per Headset mit seinem Lotsen verbunden ist. Dieser marschiert hinter dem 60 Meter langen Fahrzeug her. "Unser Job ist es, das Ding um die Kurve zu kriegen", sagt ein Mitglied aus der Crew. Das Ding - damit meint er das 56 Meter lange Flügelblatt.

Aus Brandenburg


An der Rechtskurve holt der Mann am Steuer weit nach links aus. Das Führerhaus schiebt sich über das Blumenbeet mit dem Wappen der Stadt. Zwischen vibrierender Blattspitze und Hausmauer bleiben vielleicht noch 50 Zentimeter. Die Engstelle ist in fünf Minuten gemeistert. Die beiden folgenden Lastwagen brauchen auch nicht länger. Etwas mehr Zeit hat zuvor das Umkehren in Hirschau in Anspruch genommen. Der Transport war von der Blattfabrik im brandenburgischen Lauchhammer gestartet und über die A 93 bis Wernberg gefahren. Dann ging es über die B 14 zunächst bis Hirschau. Bei der Norma wendeten die Transporte, indem sie in die Staatsstraße Richtung Amberg zurückstießen.

Bauleiter Christian Anwander war am Freitag auf der Baustelle hochzufrieden: "Alles ist glatt gegangen." Wenn der für Montag vorhergesagte stürmische Wind nachlässt, stellen seine Arbeiter zuerst den Turm auf und montieren dann das Maschinenhaus und die Rotorblätter. Schon in einer Woche soll das rund fünf Millionen Euro teure und mit 3,3 Megawatt leistungsstärkste Windrad der Oberpfalz dann stehen.

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Bilder vom Schwertransport im Internet:

www.onetz.de/bildergalerie
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