10 Jahre Centrum Bavaria Bohemia
Kultur-Drehscheibe feiert Geburtstag

Seit zehn Jahren ist das Centrum Bavaria Bohemia (CeBB) im ehemaligen Kommunbrauhaus in Schönsee eine Anlaufstelle für Kulturinteressierte im bayerisch-tschechischen Grenzraum. Die Festansprache am 5. April wird der ehemalige Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle halten. Viel Lob heimste das CeBB-Team im Vorjahr für die Planung und Koordinierung von bayerischen Beiträgen in der Kulturhauptstadt Pilsen ein. Bild: Portner
Kultur
Schönsee
26.02.2016
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Für Regensburg ist es eine gute Investition, dass wir uns im CeBB mit engagieren.

"Wir sind gespannt, ob aus der Studie neue Projekte entstehen", wagt Geschäftsführer Hans Eibauer einen Blick in die Zukunft. Denn wenn das Heimatministerium am 29. Februar sein Entwicklungsgutachten für den bayerisch-tschechischen Grenzraum in Weiden präsentiert, dann erhofft sich auch das Centrum Bavaria Bohemia (CeBB), dass es dabei eine Rolle spielt.

Schönsee/Regensburg. "Das CeBB hat sich intensiv am Bearbeitungsprozess beteiligt", betont Eibauer. Es geht um konkrete Maßnahmen bei der Zusammenarbeit der drei bayerischen Regierungsbezirke mit tschechischen Regionen im Grenzraum. Doch zunächst richtete sich bei der Pressekonferenz zur Vorstellung der CeBB-Jahresbilanz 2015 der Blick zurück. Mit der Koordinierung des Begleitprogramms zur Landesausstellung Karl IV. hat das CeBB wieder einen Großauftrag an Land gezogen. Seit März 2015 ist das Team damit beschäftigt, einen Datenpool einzurichten. Waren anfangs 100 Veranstaltungen kalkuliert, so sind bis dato 373 Aktivitäten angekündigt, wovon bereits 235 online stehen.

Größte Herausforderung


Laut Eibauer bescherte das Kulturhauptstadtjahr "Pilsen 2015" ein Jahr mit den bisher größten Herausforderungen. Das bestätigte auch Klemens Unger. Der Kulturreferent der Stadt Regensburg war in Schönsee anwesend, um "Dankeschön" zu sagen, für die Kooperation und gute Zusammenarbeit bei der Auswahl und Umsetzung der bayerischen Programmbeiträge im EU-Projekt "regio2015". "Für Regensburg ist es eine gute Investition, dass wir uns im CeBB mit engagieren", bekräftigte Unger. Übrigens: Auch Weiden taucht im Mehrsäulenmodell der Finanzierung auf.

Verzeihen lernen


Unger sprach die Regensburger Städtepartnerschaft mit Pilsen an, die 1993 ihren Anfang nahm: "Die Projekte im Jahr 2015 bedeuteten nicht nur einen Höhepunkt, sie förderten auch die Völkerverständigung." Ins Schwärmen kam der Kulturreferent, als er einige Aktivitäten herauspickte. So hätten die Domspatzen zum ersten Mal in ihrer 1000-jährigen Geschichte ein Konzert in einer Synagoge gegeben. Die Reisewege nach Pilsen verkürzten sich symbolisch: "Vom Hauptbahnhof Regensburg direkt ins Herz der Kulturhauptstadt." Hier dankte er dem CeBB für die Organisation der Aktion "Zug zur Kultur". Aufeinander zugegangen sind auch deutsche und tschechische Jugendliche bei der Aufführung der Kinderoper "Brundibár", der auch ehemalige Häftlinge des KZ Theresienstadt beiwohnten. Ein alter Mann meinte nach der Aktion: "Ich hasse die Deutschen. Aber die Kinder haben mir das Verzeihen gelernt!"

Diese wichtige Arbeit der Völkerverständigung ist es auch, die das CeBB - als Bindeglied zwischen den bayerischen und tschechischen Nachbarregionen - so unentbehrlich macht. Die Kultur-Drehscheibe in Schönsee sieht deshalb das erfolgreiche Jahr 2015 als Ansporn fürs Weitermachen. Heuer gibt es Grund zum Feiern: "10 Jahre Centrum Bavaria Bohemia". Als Festredner hat sich für 5. April der ehemalige Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle angesagt.

Eibauer hat noch einen Wunsch: "Dass der Freistaat Bayern das CeBB als Koordinierungsstelle noch näher einbezieht und hier eine informierende und koordinierende Anlaufstelle mit den Schwerpunkten Kultur, Tourismus, Begegnung und Verständigung einrichtet." Dazu hat er bereits einige Perspektiven skizziert. "Die kulturelle Zusammenarbeit in Europa darf nicht leiden", meinte er zu den derzeitigen Debatten in der Flüchtlingskrise.

Übrigens: Im Vorjahr registrierte das CeBB 15 700 Besucher bei 60 öffentlichen Veranstaltungen und 125 nichtöffentlichen Terminen. An den 15 Kultur-Touren nach Tschechien nahmen etwa 700 Gäste teil.

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Weitere Informationen:

www.bbkult.net
Für Regensburg ist es eine gute Investition, dass wir uns im CeBB mit engagieren.Klemens Unger, Kulturreferent
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