Festakt im Cebb
Brückenbauer für kulturelles Miteinander

Die Brückenbauer-Preise des Jubiläumsjahres 2016 gingen an den früheren tschechischen Außenminister Karel Schwarzenberg (Vierter von rechts), Euregio-Egrensis-Präsidentin Dr. Birgit Seelbinder (Sechste von rechts) und Vertriebenenfunktionär Bernd Posselt (Neunter von rechts) sowie an das Partnerschaftsprojekt der Gymnasien in Cham und Pilsen. Im Bild sind auch Vertreter dieser beiden Schulen, Laudatoren und Repräsentanten des Centrum Bavaria Bohemia zu sehen. Bild: Götz
Kultur
Schönsee
07.04.2016
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Karel Schwarzenberg durfte sich als "Pontifex Maximus" bezeichnen lassen. Der frühere tschechische Außenminister bekam den Brückenbauer-Preis 2016 genauso wie Dr. Birgit Seelbinder und Bernd Posselt. Die Ehrung stand im Mittelpunkt des Festaktes, mit dem das CeBB sein Zehnjähriges feierte.

Der 23. Dezember 1989 legte den Grundstein für den Aufbau des "Centrum Bavaria Bohemia" (CeBB). An jenem Tag zwickten die damaligen Außenminister Hans-Dietrich Genscher und Jiri Dienstbier bei Waidhaus/Rozvadov den Eisernen Vorhang zwischen Deutschland und Tschechien durch. "Das hat was ausgelöst, über das wir uns jetzt alle glücklich schätzen", erinnerte sich CeBB-Geschäftsführer Hans Eibauer während der Jubiläumsfeier. Denn dadurch kam der Aufbau der grenzüberschreitenden, kulturellen Drehscheibe im einstigen Schönseer Kommunbrauhaus in Gang. Im März 2006 nahm sie nach einer gelungenen Sanierung des Altbaus den Betrieb auf. In diesen zehn Jahren etablierte sich das CeBB als unverzichtbare Schaltstelle zwischen den beiden Nachbarländern.

Pionierin mit Feuereifer


Zum zehnten Mal verlieh der CeBB-Trägerverein am Dienstag den Brückenbauer-Preis an Personen, die dafür gesorgt haben, dass die kulturelle Zusammenarbeit zwischen Bayern und Böhmen mittlerweile als Selbstverständlichkeit gilt. Den Ehrenpreis bekam an diesem Abend zunächst die Euregio-Egrensis-Präsidenten Dr. Birgit Seelbinder (68). Die frühere Oberbürgermeisterin von Marktredwitz gilt als Pionierin der ersten grenzüberschreitenden Gartenschau zwischen ihrer Stadt und Eger. In seiner Laudatio bezeichnete sie der Schwandorfer Landrat Thomas Ebeling als "Menschen, der für die deutsch-tschechische Idee lebt und den Austausch mit Feuereifer vorantreibt".

Für Völkerverständigung


Die Auszeichnung ging auch an den ehemaligen Europa-Abgeordneten Bernd Posselt (59). Der in München lebende Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe sieht sich selber als einen "Handelsreisenden in Sachen Völkerverständigung", der für Freiheit in Europa kämpft. Bayerns Kultus-Staatssekretär Bernd Sibler (CSU), der vorher die Festrede zum zehnjährigen CeBB-Bestehen gehalten hatte, fasste in seiner Lobrede auf Posselt zusammen: "Sie sind ein Mann, der für Europa brennt, der für Europa lebt und der Bayern und Böhmen zusammenbringt."

Höchstes Lob


Über den Dritten im Bunde der Preisträger äußerte sich der Staatssekretär mit höchstem Lob: Karel Schwarzenberg, von 2007 bis 2009 und 2010 bis 2013 Außenminister der Tschechischen Republik und vorher bereits enger Vertrauter des damaligen Staatspräsidenten Vaclav Havel, nannte er angesichts seiner Weitsicht und Durchsetzungskraft den "Pontifex Maximus" unter allen versammelten Brückenbauern. Der tschechische Generalkonsul in München, Milan Coupek, durfte den Preis an den 78-Jährigen überreichen. An seinen langjährigen Vorgesetzten gewandt, betonte er: "Wir leben heute in einer Zeit der Normalität - das wäre nicht zu erreichen gewesen ohne Personen wie Sie." Schwarzenberg gehört immer noch dem Abgeordnetenhaus in Prag an und gilt als einer der populärsten Politiker Tschechiens.

Einen Brückenbauer-Preis vergab das CeBB auch in der Kategorie "Partnerprojekte". Zum Zug kam da die Schulpartnerschaft zwischen dem Joseph-von-Fraunhofer-Gymnasium in Cham und dem Ludek-Pik-Gymnasium in Pilsen. Die Übergabe blieb dem Chamer Landrat und Bezirkstagspräsidenten Franz Löffler vorbehalten. "Gerade die jungen Menschen können für das Zusammenwachsen im Herzen Europas einen gewaltigen Beitrag leisten", unterstrich er.
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