Freilichtspiel "Pascher die Nacht der langen Schatten" in der zehnten Saison
Verrat und Versöhnung

Von der Kleidung über die Mundart bis hin zur Scheune. Beim Freilichtspiel "Pascher - die Nacht der langen Schatten" entsteht ein authentisches Bild vom harten Leben an der Grenze und den Konflikten. Am Freitag ist nicht nur Premiere, sondern auch Jubiläum für das Theaterstück. Archivbild: Götz
Kultur
Schönsee
03.08.2016
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Das karge Leben an der Grenze bietet die Kulisse für eine Liebesgeschichte. Schmerz, aber auch Versöhnung und eine Prise Humor schimmern durch, wenn die "Pascher" in der Jubiläumsaison auf der Freilichtbühne erscheinen.

/Friedrichshäng. Am Freitag dieser Woche können die Pascher ein kleines Jubiläum feiern: In der zehnten Saison hebt sich auf der Freilichtbühne am Eulenberg der Vorhang für "Pascher - die Nacht der langen Schatten". Nein, ein Vorhang trennt den Zuschauerraum nicht vom Ort der Handlung, sondern beides gehört zusammen. Auf der einen Seite Plätze für über 500 Besucher, auf der anderen ein einfacher Hackstock und ein Holzstoß.

Dazwischen nehmen die einheimischen Darsteller die Zuschauer in eine Zeit mit, an die sich besonders die ältere Generation noch erinnern kann und die jüngeren oft aus Erzählungen der Eltern oder Großeltern zumindest darüber gehört haben. Die Pascher (Schmuggler) waren vor Jahrzehnten in diesem Gebiet unterwegs, um so manches für den Lebensunterhalt notwendige über die Grenze zu bringen. Aber auch Vieh wechselte, wie es auch dann im Stück heißt, oft seine Nationalität.

Martin Winklbauer aus Halsbach hat vor über 10 Jahren die Geschichte der Pascher auf den Eulenberg ausgerichtet. Nur wenige Meter sind von dort zur Grenze nach Tschechien, kaum ein anderer Platz dürfte mit den Geschichten und Gegebenheiten über das Leben in diesem Raum so verwurzelt sein. In einzigartiger Atmosphäre findet der Besucher das Freilichtspiel an die Umgebung angepasst. Ein altes Haus mit Scheune und Stall sowie der Grenzwald, bewachsen mit Fichten und Buchen, umgeben das Gelände.

In der Handlung von "Pascher - die Nacht der langen Schatten" wechseln Szenen von heute mit denen von damals, wenn sich ein junges tschechisches Mädchen für die Geschichte ihrer Vorfahren interessiert und auf der Bühne die Zeit um viele Jahrzehnte zurückgedreht wird. Fast undurchsichtig werden dabei auch die zwischenmenschlichen Beziehungen. Dramaturgie trifft dabei das Geschehen, denn es geht zuletzt nicht nur um das Hin- und Herbringen von Tabak, Zucker oder Salz über die Grenze. Die Aufführungen am Freitag, 5., und Samstag, 6. August beginnen um 20 Uhr.

RahmenprogrammEingestimmt werden die Besucher am Eulenberg bei den Aufführungen am Freitag, 5. und Samstag, 6. August, Beginn jeweils 20 Uhr, mit einem für das naturbelassene Gelände entsprechenden Begleitprogramm. Pascherwurst mit Kraut, Brot mit Griebenschmalz oder Paradeiser (Tomaten) wird wieder vorbereitet. In der Küche gibt es frisch gebackene Küchln von diesseits und Schmierkuchen von jenseits der Grenze. Das speziell gebraute Pascherbier gehört ebenso zum Eulenberg wie die Klöpplerinnen, Strickdreher und einiges mehr. Und die Musikanten sorgen für passende Unterhaltung. (mmj)
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