Handwerk mit langer Tradition

Kultur
Schönsee
18.11.2016
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Große Freude herrschte beim Klöppelkreis "Schönsee-Stadlern-Tiefenbach": Das Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst hat dieses alte Handwerkstradition nach dem Unesco-Übereinkommen in das Bayerische Landesverzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen.

/Tiefenbach. Eine vom Ministerium vorgegebene Anzahl an der Personen konnte bei der Urkundenübergabe im Kaisersaal der Münchner Residenz dabei sein. Deshalb war es selbstverständlich, dass dieses Ereignis alle, die zum Erhalt dieses filigranen Handwerks beitragen, einige Tage später zusammen in Tiefenbach feierten. "Nicht wir Bürgermeister", so Tiefenbachs Gemeindeoberhaupt Ludwig Prögler, "haben diesen Erfolg erreicht, sondern alle aktiven Klöpperinnen", wofür er herzlich dankte. Wertvolle Hilfe bei der Bewerbung für die Eintragung kam auch von Dr. Bärbel Kleindorfer-Marx vom Landratsamt Cham. Die Landkreise Schwandorf und Cham, so Prögler, standen voll hinter dieser Sache. Prögler dankte auch seiner Schönseer Kollegin Birgit Höcherl, dass durch die hervorragende Zusammenarbeit dieses Ergebnis erreicht werden konnte. Das Spitzenklöppeln wird nun zur Aufnahme in das Bundesverzeichnis des immateriellen Kulturerbes vorgeschlagen.

Klöppeltage 2017


Bürgermeisterin Birgit Höcherl sprach, auch im Namen ihrer Bürgermeisterkollegen aus dem Schönseer Land, dem Klöppelkreis und allen Helfern ein herzliches Vergelt's Gott für die Arbeit und Anerkennung zu dieser Auszeichnung aus. Ohne euren Eifer wäre dieser Erfolg über die Landkreisgrenze nicht möglich gewesen, so Höcherl. Sie appellierte an alle, dem Klöppeln treu zu bleiben. Aktuell werden bereits die Klöppeltage 2017 in Schönsee vorbereitet.

Vom Landratsamt Schwandorf war Verena Frauenknecht nach Tiefenbach gekommen. Sie gratulierte im Auftrag von Landrat Thomas Ebeling zu der Auszeichnung und überreichte als Dankeschön ein Kuvert. Kulturreferentin Dr. Bärbel Kleindorfer-Marx sprach von einer tiefen Verbundenheit zum Klöppelkreis. Neben baulichem Kulturerbe gebe es seitens der Unesco auch ein Kulturerbe für immaterielle Werte. Sie freue sich über die Zusammenarbeit mit den Klöpplerinnen und dankte ihnen dafür, dass sie sich für die Verbreitung dieses alten Handwerks einsetzen.

Für die Frauen des Klöppelkreises dankte Sieglinde Prögler Frieda Roith für deren Engagement und freute sich über den guten Zusammenhalt in der Gruppe. Ludwig Prögler gab dann das von Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle überreichte Dokument in die Runde, dessen Text von den Frauen aufmerksam gelesen wurde. Gulaschsuppe, Kanapees, Schwarzwälder Kirschtorte und verschiedene Leckereien gaben nach dem offiziellen Teil den Startschuss zur Unterhaltung an diesem Abend. Dabei drang unter den Anwesenden immer wieder die Begeisterung über die Auszeichnung durch.

Dank für Einsatz


Im Nachklang zur Festveranstaltung in München gab es noch eine Stellungnahme des Ministeriums. Darin kam die Freude über die Bandbreite von Traditionen, Bräuchen und Handwerksformen in allen Landesteilen Bayerns und der Dank für den Einsatz des Erhalts der regionalen Identitätsbildung zum Ausdruck. Vor Beginn des Abends interessierte sich ein Kamerateam von Oberpfalz-TV für das Klöppeln. Redakteurin Melanie Schreiner hatte in Interviews mit Ludwig Prögler, Birgit Höcherl, Dr. Bärbel-Kleindorfer-Marx und Sieglinde Prögler ihre Gesprächspartner.
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