Kirchenchöre von St. Stephanus und St. Wenzeslaus gestalten würdevolles Kirchenkonzert
Ernste Chorsätze und heitere Orgelstücke

Beim großen Chorkonzert in Schönsee begleitete Martin Ebenhöch die Sänger auf der Sandtner-Orgel. Bild: Tietz
Kultur
Schönsee
17.02.2015
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Nur auf den hintersten Bänken sind in der Stadtpfarrkirche St. Wenzeslaus beim 23. Chor- und Orgelkonzert noch Plätze frei geblieben. Das zeugt von großem Interesse für diese Konzertreihe. Zur Eröffnung spielt der Schönseer Organist Martin Ebenhöch auf der Sandtner-Orgel schmissig wie rhythmisch und in bestem Tanzgepräge den Marsch "Blaze away" von Abe Holtzmann.

Humorvolle Eröffnung

In seiner humorvollen Einführung betont er, dass die Orgel im religiösen Bereich, aber auch in profaner Sphäre zu tief empfindsamer Stimmung verhelfen kann und führt eine "heitere" Orgel vor. Lustig angelegt sind die Tonfolgen mit denen Mozart seine Variationen über "Ah, vous dirais - je, Mamam" ausgestattet hat. Selbst die Moll-Variante klingt nicht traurig, sondern lieblich. In die gleiche Kategorie ist das "Scherzo for the white Rabbit" von Nigel Ogden aus "Alice im Wunderland" einzuordnen. Beschwingt ziehen Melodie und ihre Umspielungen vorüber.

Es folgt der Auftritt des Kirchenchors St. Stephanus aus Wackersdorf. Mit sensiblem Stimmenklang wird "Der Herr ist mein Hirt" von Bernhard Klein gestaltet, mit kräftiger Stimmentfaltung folgt "Lobe den Herrn meine Seele" von Norbert Hintermeier. Der Chor singt dann "Oh salutaris hostia" von Charles Gounod und "Meine Seele ist stille in Dir" von Klaus Heizmann in der ehrerbietigen Weise. Rudolf Mandl leitet stets klar und auf die Sänger eingehend. Es folgen vier Orgelstücke, die mit der Idee des Tanzes verknüpft sind. Sei es "Bolero de Concert" von Louis James Alfred Lefébure-Wely, vier kleine Tänze aus der Renaissance oder zwei Stücke aus den "Toggenburger Hausorgeltänzen".

Schließlich die "Toccata alla Rhumba" von Andreas Wilscher, die allerdings schon sehr neutönend tanzt. Faszinierend, wie die Sandtner-Orgel die geforderten Tonbilder gestaltet, ebenso gelungen Martin Ebenhöchs Interpretation, die diese tänzerischen Ideen an das Publikum vermittelt.

Der Schönseer Kirchenchor St. Wenzeslaus setzt das Programm mit a-cappella-Gesängen sowie mit Orgelbegleitung fort. Von Karl-Heinz Liebl erklingen "Irische Segenswünsche" und von Knut Nystedt "Laudate" in freudiger Manier. Von Johann Sebastian Bach schließt sich der Festchor "Freut euch alle" BWV 207a an, von Edward Elgar folgt der Hymnus "Klänge der Freude", Ebenhöch spielt Orgel dazu. Alle vermitteln die Themen der Gesänge in engagierter Darstellung. Chorleiter Hubert Reimer dirigiert punktgenau und übersichtlich.

Mit feurigem Schluss

Noch einmal gestaltet der Organist schmissige Musik in fein abgestimmter Tongebung. So "Maple Leaf Rag" von Scott Joplin, "Stay tuned" und "Barrelhousin" von Michael Schütz, wie auch die "Toccata jazzica" von Johannes Matthias. Dabei gelingt ihm besonders die Elemente von Jazz und Swing in den Stücken herauszuarbeiten.

Gemeinsam treten beide Chöre vor und singen mit Engagement von Felix Mendelssohn-Bartholdy "Jauchzet dem Herrn alle Welt", ferner das "Ave Maria" op 138 von Josef Gruber. Zum Schluss ertönt "Wer glaubt, ist nie allein" von Christian Dontal, gesungen von den Sängern und den Anwesenden, unterstützt von der Orgel. Ein feuriger Schluss eines gelungenen Konzerts, bei dem geistliche und profane Musik in perfekter Weise vereint sind.
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