Opus 4 begeistert beim 27. Chor- und Orgelkonzert in der Stadtpfarrkirche St. Wenzeslaus
Virtuos von Barock bis Jazz

Mit dem Dekanatschor Nabburg und dem Kirchenchor Schönsee bieten die Posaunisten der Gruppe Opus 4 ein besonderes Klangerlebnis in der Stadtpfarrkirche. Bild: zaf
Kultur
Schönsee
18.10.2016
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Ein ganz besonderer Klang erfüllt am Sonntag die Stadtpfarrkirche. Es ist der Klang von vier Posaunen, die mit einem feierlichen Gloria von Claudio Monteverdi das Konzert einläuten. Doch die vier Bläser sind keine Unbekannten. 1994 gründeten Musiker des Gewandhausorchesters in Leipzig das Posaunenquartett Opus 4 - heute bestehend aus Jörg Richter, Dirk Lehmann, Stephan Meiner und Wolfram Kuhnt.

Mit einheitlichem Klang bieten sie den Zuhörern verschiedenste Stücke aus dem 16. Jahrhundert. Einmalig machen die Posaunisten die deutschen Instrumente, auf denen sie spielen. Sie klingen weich, so dass bei manchen Stücken Gänsehaut garantiert ist. Feierlich und kräftig zeigt sich auch der Dekanatschor unter Leitung von Dekanatskirchenmusiker Michael Koch. Neben einem "Laudate Dominum" von Christopher Tambling und dem "Ave Maria" von Anton Bruckner darf auch das beliebte Chorstück "Here I am Lord" von Dan Schutte nicht fehlen.

Imposante Posaunen-Klänge


Barock wird es dann bei den Bläsern. Die Toccata und Fuge in D-Moll von Johann Sebastian Bach dürfte vor allem den Organisten ein Begriff sein. Hier zeigen die Musiker ihre virtuose Seite. Die Unisono-Stellen klingen, als würden sie mit einer Posaune gespielt, nicht mit vier. Den treibenden Rhythmus der Fuge, was nichts anderes als Flucht bedeutet, bringt das Quartett deutlich zum Ausdruck. Zu dem abwechslungsreichen Konzert trägt der Kirchenchor aus Schönsee mit Leiter Hubert Reimer bei.

Gelungene Solo-Einlage


Die Sänger haben sich hauptsächlich auf A-Capella-Musik spezialisiert, was sie mit dem "Tantum ergo" von Franz Schubert zeigen. Eine gelungene Solo-Einlage gibt es von Marianne Hanamann beim "Agnus Dei" aus der "Missa in C" von Wolfgang Amadeus Mozart, die nicht nur vom Chor, sondern auch von Diplommusiker Martin Ebenhöch an der neuen Sandtner-Orgel begleitet wird. Am Ende wird es jazzig. Die Musiker von Opus 4, deren Repertoire Bläsermusik aus fünf Jahrhunderten umfasst, beweisen eindrucksvoll, dass sie auch ganz anders können. Neben "Alexander's Ragtime Band" von Irving Berlin und "Minstrel Show" von Philip Greeley Clapp bietet "A Portrait" von George Gershwin den Höhepunkt des musikalischen Konzerterlebnisses.

Den Posaunisten ist anzusehen, dass ihnen die Stücke viel Spaß machen. Der jazzige Rhythmus ist erfrischend und regt zum Mitwippen an. Den Abschluss bilden beide Chöre mit dem "Abendlied" von dem Komponisten Joseph Reinberger aus der Epoche der Romantik. Einen kurzen Rausschmeißer lassen sich die Posaunisten allerdings nicht nehmen.
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