Zehn Jahre Centrum Bavaria Bohemia
Für Zukunft in Freundschaft

CeBB-Leiter Hans Eibauer freut sich mit der Trägervereinsvorsitzenden Irene Träxler (rechts) und deren Vorgängerin Anne Gierlach (links) über die Geburtstagstorte.
Kultur
Schönsee
07.04.2016
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Was wir in den letzten drei Jahren in den Beziehungen zwischen Bayern und Tschechien erleben dürfen, das ist eine echte Zeitenwende.

Zehn Jahre Centrum Bavaria Bohemia Schönsee: Aus der Idee, dem grenzüberschreitenden Miteinander einen Ort der Information, des Austausches und der Kooperation zu geben, ist eine in Bayern und Tschechien gleichermaßen anerkannte und nicht mehr wegzudenkende Kulturdrehscheibe geworden

Dieses Resümee, vollgepackt mit Lob und Anerkennung, zog sich am Dienstagabend wie ein roter Faden durch die Reden zum zehnjährigen Bestehen des Centrum Bavaria Bohemia (CeBB). "Mit Stolz blicken wir auf zehn Jahre Erfolgsgeschichte des CeBB zurück", eröffnete die Vorsitzende des Trägervereins, Irene Träxler, in der Gewölbehalle die Jubiläumsveranstaltung, zu deren Höhepunkt die Preisverleihung "Brückenbauer 2016" zählte.

"Der Verein setzt mit seinem engagierten Mitarbeiterteam alles daran, das Kulturleben in den bayerischen und tschechischen Nachbarregionen vom Nebeneinander zu mehr Miteinander zu bewegen und das CeBB zur kulturellen Drehscheibe auszubauen", fasste Irene Träxler die vielfachen Anstrengungen zusammen. "Damit das partnerschaftliche Miteinander zur Normalität wird, bedarf es weiterhin einer breiten Unterstützung", warb sie um neue Mitglieder.

80-seitige Festbroschüre


"Mit dem Centrum Bavaria Bohemia besitzt die Stadt Schönsee ein ansprechendes Gebäude in der Ortsmitte, in dem die so wichtige grenzüberschreitende Arbeit geleistet wird", freute sich Bürgermeisterin Birgit Höcherl. Das vor allem kulturelle Aufgabengebiet trage in vorbildlicher Weise dazu bei, die tschechischen Nachbarn besser kennenzulernen, viele Gemeinsamkeiten zu entdecken und nachbarschaftliche Beziehungen bis hin zu Freundschaften zu intensivieren.

CeBB-Leiter Hans Eibauer und Maika Victor-Ustohal präsentierten in Anlehnung an die Festbroschüre einen Schnelldurchgang durch zehn Jahre CeBB. Dabei erinnerte Eibauer an den Fall des Eisernen Vorhangs im Dezember 1989 und die Samtene Revolution, ohne die es auch kein CeBB gäbe. Er spannte den Bogen vom ehemaligen Kommunbrauhaus bis zum jetzigen Zentrum der grenzüberschreitenden Kultur mit dem nun anstehenden Koordinierungsauftrag zur Landesausstellung Karl IV. mit 400 Begleitveranstaltungen.

Maika Victor-Ustohal ging auf die Anstrengungen zum Abbau der Sprachbarrieren ein und nannte unzählige grenzüberschreitende Projekte, von Musik, Tanz und Kunst über Jugend- und Schülerkooperation bis hin zu den Kultur-Touren und der Aufarbeitung der deutsch-tschechischen Geschichte. "Was wir in den letzten drei Jahren in den Beziehungen zwischen Bayern und Tschechien erleben dürfen, das ist eine echte Zeitenwende", betonte Bernd Sibler, Staatssekretär im Staatsministerium für Bildung, Kultus, Wissenschaft und Kunst, in seiner Festrede. Besonders augenscheinlich werde diese Zeitenwende durch die Eröffnung der bayerischen Vertretung in Prag und die sich intensivierenden politischen Kontakte. "Wer denkt heute noch an einen Ausweis, wenn er nach Tschechien fährt?", fragte Sibler. Vieles sei selbstverständlich.

"Hart erkämpft"


Seiner Ansicht nach sind die sich entwickelnden Beziehungen allerdings nicht selbstverständlich, weil sie hart erkämpft sind. Der Staatssekretär dankte dem CeBB für die wertvollen Beiträge zur Vertiefung der guten Beziehungen der bayerisch-tschechischen Nachbarregionen. Er zeigte sich überzeugt, dass eine erfolgreiche überregionale Zusammenarbeit im Bereich von Bildung und Kultur das Fundament für eine gemeinsame Zukunft in Freundschaft bildet. (Hintergrund/Seite 35)
Was wir in den letzten drei Jahren in den Beziehungen zwischen Bayern und Tschechien erleben dürfen, das ist eine echte Zeitenwende.Bernd Sibler, Staatssekretär für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst


Träger und FinanzierungTräger des CeBB ist der seit 2004 gegründete gemeinnützige Verein Bavaria Bohemia, der seit 2014 von der Vorsitzenden Irene Träxler geleitet wird. Zweiter Vorsitzender ist Dr. Wolfgang Kunert, dritter Vorsitzende Gabriele Dlubal, Schatzmeister Josef Braun und Schriftführerin Inge Tragl. Zu den Beisitzern gehören Birgit Höcherl, Kamila Spichtinger, Richard Brunner, Vladimir Dobrik und Gerhard Grimm.

Der Trägerverein finanziert die Arbeit des CeBB mit eigenen Mitteln und über ein Mehrsäulenmodell aus verschiedenen Förderquellen. Neu ist 2013 die Kulturstiftung Bavaria Bohemia dazugekommen. Die öffentliche Finanzierung läuft über den Freistaat Bayern, das EU-Ziel-3-Programm, den Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds, den Europäischen Freiwilligendienst sowie über Kommunen (Bezirk Oberpfalz, Landkreis Schwandorf, Stadt Schönsee, Stadt Regensburg, Stadt Weiden, Landkreis Cham und andere Kommunen). Die Region Pilsen beteiligt sich seit 2006 durch die Entsendung eines Repräsentanten ins CeBB. (kö)
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