"Alles normal" an der Grenze

Mit donnerndem Getöse rattert der siebeneinhalb Tonnen schwere Schützenpanzer in einer Schlüsselszene auf die Bühne. Die Zuschauer spüren die Beklemmung, welche für die Grenzbevölkerung in der Zeit des "Kalten Krieges" zum Alltag gehörte.
Lokales
Schönsee
12.07.2015
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Ein neues Stück, ein neues Thema. "Irrlichter" spielt im Jahr 1954 und begeisterte die zahlreichen Premierengäste am Eulenberg bei Friedrichshäng. Die nicht ganz frei erfundene Geschichte über einen Grenzgänger zwischen den Welten ermunterte zum Nachdenken.

Birgit Höcherl vertritt Autor Martin Winklbauer nicht nur bei der örtlichen Spielleitung, sie spielt auch die Mutter von Hauptdarsteller "Seppi" (Sebastian Betz). Als Bürgermeisterin und Vorsitzende des Paschervereins freute sie sich bei der Premiere am Freitagabend über zahlreiche Ehrengäste. Sie begrüßte unter anderem Pfarrer Wolfgang Dietz, Landrat Thomas Ebeling, MdL Alexander Flierl und MdB Marianne Schieder. Ein Dank galt den Eigentümern des Bergweber-Anwesens, Marianne und Lothar Drachsler. "Der Pascherverein wünscht allen Gästen nachdenkliche Momente und viel Vergnügen", sagte Birgit Höcherl und schon zogen neun Blumenkinder tanzend und singend über die Waldbühne am Eulenberg. Elfen und Wichtel freuten sich darüber, dass mit dem Seppi ein "besonderes Kind" zur Welt gekommen war. Näheres zur Handlung steht im Bericht auf unserer Kreisseite.

Pikante Schrazelnester

Während der Pause, sowie vor und nach dem Freilichtspiel genossen die Besucher die Atmosphäre am Bergweber-Anwesen. Sie wurden ebenso wie beim Pascherspiel "Die Nacht der langen Schatten" (Premiere am 7. August) mit süßen und deftigen Spezialitäten bewirtet. Es gab mit Schmand und Käse gefüllte Schrazelnester, Buzelkühe, Quarkschleifen und Schmugglerwürste.

Das Duo Markus und Martin (Gitarre/Akkordeon) spielte bayerisch-böhmische Weisen und auf der Hausbank saßen Frauen und strickten Socken. Wer wollte, konnte den demilitarisierten Schützenpanzer Hotchkiss, Baujahr 1958 besichtigen, den Besitzer Thomas Paa im Detail vorstellte. "Wir haben die Pause etwas verlängert, denn im zweiten Teil brauchen wir die Dunkelheit", erklärte Birgit Höcherl.

Die Zuschauer waren dann auch fasziniert von der zauberhaften Inszenierung, den farbenprächtigen Kostümen und den großartigen Darstellern aus dem Schönseer Land. Musikalisch untermalt wurde die Handlung mit Harfenmusik und den Trommeln der Waldgeister. Ein Höhepunkt war das Erscheinen der vier Elemente auf der Bühne, die sich anmutig (Wasser) oder erschreckend (Feuer) in Szene setzen.

Die rund 50 Schauspieler und die zahlreichen Helfer bei Maske, Kostümen, Choreographie und Technik nahmen den verdienten Schlussapplaus entgegen. Vorher hätte man sich aber noch eine Minute Stille gewünscht, um kurz darüber nachzudenken, wie "schwachsinnig" die Grenze zwischen zwei Nachbarländern oder zwischen Nichtbehinderten und Menschen "mit Handicap" sein kann - und wie letztere doch das Leben bereichern können. Mit dem neuen Stück ist dem Pascherverein wieder eine großartige Gemeinschaftsleistung gelungen. Die Vorsitzende freute sich darüber, dass so viele Kinder und Jugendliche dabei waren und ihre Begeisterung für das Theaterspiel zeigten. Sie dankte besonders Autor und Regisseur Martin Winklbauer, der mit Spezialitäten aus der Region überhäuft wurde.

Nochmals am 17. Juli

Das Freilichtspiel "Irrlichter" wird nochmals am Freitag, 17. Juli, um 20 Uhr aufgeführt. Kartenvorverkauf unter 09674/317 und 924877 oder touristinfo@schoenseer-land.de, bzw. info@cebb.de. Hier gibt es auch Karten für das Stück "Pascher - Die Nacht der langen Schatten".

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Bildergalerie im Internet:

http://www.oberpfalznetz.de/irrlichter2015
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