Ausstellungen zu "25 Jahre Fall des Eisernen Vorhangs" -- Debatte über Rolle des Radios im ...
Politischer Einfluss in 20 Sprachen

Lokales
Schönsee
23.10.2014
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Das Centrum Bavaria Bohemia (CeBB) stellt das Jubiläum "25 Jahre Fall des Eisernen Vorhangs" heute um 18 Uhr in den Mittelpunkt einer mehrteiligen Veranstaltung. Spannung verspricht die Diskussionsrunde "bb-talk" zum Thema "Radio Free Europe im Kalten Krieg", in der im Gespräch mit drei Podiumsgästen aus Deutschland und Tschechien die Zeit des Kalten Kriegs hautnah nacherlebt werden kann.

Weiter werden eine Ausstellung über die Geschichte des amerikanischen Senders Radio Free Europe unter dem Titel "Stimmen der Freiheit - Radio Free Europe im Kalten Krieg" und die Fotodokumentation "Zurück nach Europa - Als der Eiserne Vorhang brach" des Kötztinger Fotografen Haymo Richter eröffnet.

Die Ausstellung "Stimmen der Freiheit" entstand als Gemeinschaftsprojekt des Instituts zur Erforschung totalitärer Regime Prag, des Tschechischen Zentrums München, des Elite-Studiengangs "Osteuropastudien" der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Universität Regensburg. Über vier Jahrzehnte sendete Radio Free Europe von München in die Länder jenseits des Eisernen Vorhangs. Die Ausstellung präsentiert den amerikanischen Radiosender - von den Anfängen in den USA und dem Sendebeginn in München 1951 bis zum Umzug nach Prag 1994.

In der Geschichte des Senders spiegeln sich die wichtigsten Ereignisse des Kalten Krieges wider, der Ungarnaufstand 1956 und die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl ebenso wie die Samtene Revolution 1989 in der Tschechoslowakei. Zur Eröffnung erläutert Michal Hroza vom Institut zur Erforschung totalitärer Regime in Prag das Ausstellungsprojekt. Das Prager Institut beschäftigt sich mit der wissenschaftlichen Aufarbeitung der tschechischen kommunistischen Vergangenheit und verwaltet das Archiv der tschechoslowakischen Staatssicherheit.

Für die Diskussionsrunde "bb-talk" über die Rolle von Radio Free Europe im Kalten Krieg konnte das CeBB interessante Gäste aus Deutschland und Tschechien gewinnen. Ehemalige Redakteure beleuchten die Arbeit beim Sender aus persönlicher Sicht und lassen die Zuhörer teilhaben, wie der Westen der Indoktrination der Menschen in den kommunistischen Ländern des Ostblocks entgegen wirkte. Moderiert wird die simultan gedolmetschte Diskussionsrunde von der Journalistin und Politikwissenschaftlerin Bára Procházková.

Martin Bachstein, 1937 in Deutschland geboren und in der Nähe von New York aufgewachsen, war fast 30 Jahre lang in verschiedenen leitenden Positionen bei Radio Free Europe tätig. Zu seinen Aufgaben gehörte die Überprüfung der allgemeinen Qualität der Sendungen in damals mehr als 20 Sprachen sowie die Einhaltung der politischen Richtlinien. Ludmila Rakusanová, die heute in Niederbayern lebt, war Redakteurin der tschechoslowakischen Redaktion "Rádio Svobodná Evropa". Sie arbeitete mit namhaften Persönlichkeiten aus dem kulturellen und politischen Leben zusammen, die in ihrer Tätigkeit eine Berufung sahen, sich aber der Gefahr durch die Staatssicherheit aussetzten. PhDr. Prokop Tomek ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des Referats für Geschichtsdokumentation des Militärhistorischen Instituts in Prag (VHÚ). 2012 schloss er sein Dissertation an der Karls-Universität Prag mit einer Arbeit zur "Geschichte der tschechoslowakischen Redaktion des Radios Freies Europa und seine Bedeutung für die tschechische Geschichte" ab. Er war als Leiter der Dokumentationsabteilung des Amtes für Dokumentation und Untersuchung der Verbrechen des Kommunismus der tschechischen Polizei und als Leiter der Dokumentationsabteilung des Innenministeriums tätig.

Ergänzend zeigt das CeBB eine Fotoausstellung des Kötztinger Fotografen Haymo Richter, der die wichtigsten Ereignisse an der Staatsgrenze in den Jahren 1989 bis 1991 mit der Kamera festgehalten und damit die Situation vor der Grenzöffnung dokumentiert hat.

Die Fotografien zeigen die frühere, gigantische Grenzbefestigung mit Zäunen, Stacheldraht und Wachtürmen - den "Eisernen Vorhang" - und den Abbau dieser Anlagen und wichtige grenzüberschreitende Ereignisse. Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei, Spenden sind erbeten. Die Ausstellungen sind bis 23. November im CeBB zu sehen.
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